Wildfleischskandal
Behörden wussten schon länger Bescheid

Über mögliche Manipulationen beim Passauer Wildfleischproduzenten Berger sind die bayerischen Behörden bereits seit eineinhalb Jahren informiert.

HB PASSAU/LANDSHUT. Auf Grund von Ermittlungen im Zusammenhang mit Schwarzarbeit bei dem Unternehmen gab es mindestens seit Juli 2004 Hinweise, dass möglicherweise Fleisch umetikettiert, Mindesthaltbarkeitsdaten verlängert oder Tiefkühlware als Frischfleisch verkauft wurde. Das bestätigten am Donnerstag Sprecher der Landshuter Staatsanwaltschaft und der Regierung von Niederbayern. Allerdings habe es damals keine Hinweise auf die jüngst festgestellten Hygienemängel bei der Berger-Wild GmbH gegeben. Zuletzt hatten Fleischkontrolleure Ekel erregende Zustände festgestellt.

Die Landshuter Staatsanwaltschaft hat nach den neuen Enthüllungen Ermittlungen wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Lebensmittelrecht eingeleitet. Die für Wirtschaftskriminalität zuständige Landshuter Staatsanwaltschaft ermittelt außerdem seit geraumer Zeit gegen die Berger-Geschäftsführung. Es gehe um Betrug im Zusammenhang mit der Beschäftigung von ausländischen Mitarbeitern, sagte der Sprecher der Landshuter Anklagebehörde, Markus Brümmer. Berger soll demnach Sozialbeiträge für ungarische Beschäftigte nicht korrekt abgeführt haben. Diese Ermittlungen würden voraussichtlich im Februar abgeschlossen.

Auch in Schleswig-Holstein wurden gegen einen Fleischgroßhändler Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aufgenommen. Wie der schleswig- holsteinische Regierungssprecher Christian Hauck mitteilte, geht es bei dem Verfahren gegen einen Betrieb aus dem Raum Neumünster um eingefrorenes Fleisch, das im vergangenen Jahr über das Haltbarkeitsdatum hinaus in den Handel gelangt sei. Laboruntersuchungen hatten nach Angaben des NDR eine Belastung mit Keimen nachgewiesen.

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