Willkommensfeier für zehntausende Pilger aus aller Welt
Weltjugendtag in Sydney eröffnet

Mit einer Messe im Hafen von Sydney ist am Dienstag der katholische Weltjugendtag eröffnet worden.

ap SYDNEY. Zehntausende junge Pilger aus aller Welt feierten den Beginn des Großereignisses in der australischen Millionenstadt, schwenkten Flaggen ihrer Heimatländer und sangen. Um Mitternacht hatte die sechstägige Veranstaltung mit einem herzhaften australischen "G'Day" ("Guten Tag") begonnen.

Die registrierten Pilger erhielten die erste der täglichen Grußbotschaften von Papst Benedikt XVI.: "Junger Freund, Gott und sein Volk erwarten viel von dir, weil du in dir das Geschenk des höchsten Vaters trägst: Den Geist von Jesus - BXVI."

Ministerpräsident Kevin Rudd hieß die Jugendlichen in mehreren Sprachen in seinem Land willkommen und erklärte, der Glaube habe auch im 21. Jahrhundert seinen festen Platz. Der Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, rief die Jugendlichen auf, ihrem Glauben treu zu bleiben und ihn durch Selbstdisziplin und Gebete zu verbreiten. Australische Aborigines führten traditionelle Tänze und Musikstücke auf.

Ein australisches Bundesgericht hob unterdessen ein Gesetz auf, mit dem die Regierung von New South Wales "Störungen" des Weltjugendtages verhindern wollte. Geklagt hatten Aktivisten, die am Samstag gegen die Haltung der katholischen Kirche zu Empfängnisverhütung, Abtreibung und Homosexualität demonstrieren wollen. Sie sprachen von einer Entscheidung für die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. Das Gericht verwarf die Einschränkungen als unvereinbar mit der australischen Verfassung. Die Aktivisten wollen am Samstag an Pilger Kondome und Kleiderbügel - Symbol für sogenannte Hinterhof-Abtreibungen - verteilen.

Die Regierung von New South Wales hatte die Einschränkungen nur für den Juli und damit den Weltjugendtag eingeführt. Ähnlich werde verfahren, um Störungen bei großen Sportveranstaltungen vorzubeugen, erklärte sie. Kardinal Pell sagte, die Kirche habe nicht um Sonderregeln gebeten und habe kein Problem mit rechtmäßigen Protesten.

Benedikt seit Sonntag in Australien

Benedikt ist bereits am Sonntag in Australien eingetroffen. Der 81-Jährige hat sich aber zunächst ein paar Tage in ein Anwesen von Opus Dei bei Sydney zurückgezogen, um sich von dem 20-stündigen Flug zu erholen. Ab (dem morgigen) Donnerstag nimmt er an den Feierlichkeiten teil. Höhepunkt seines Besuches wird eine Messe unter freiem Himmel am Sonntag sein, zu der mehrere 100.000 Gläubige erwartet werden.

Benedikt will sich während seines Aufenthalts nach eigenen Worten um eine Aussöhnung mit Menschen bemühen, die von katholischen Geistlichen sexuell missbraucht wurden. Die Reise nach Australien ist Benedikts bislang weiteste seit Beginn seines Pontifikats vor drei Jahren.

Der Weltjugendtag ist die größte öffentliche Veranstaltung in Australien seit den Olympischen Spielen 2000. Bis Sonntag werden mehr als 250.000 Besucher erwartet, die Hälfte davon aus dem Ausland. Die Pilger übernachten in Kirchen, Schulgebäuden oder in Privathäusern. Der deutsche Pilger Ronny G. sagte, es sei ein gutes Zeichen, dass der Papst zum Weltjugendtag gekommen sei, "denn wir sind die Kirche der Zukunft".

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