Winter-Wetter
Staus, Verspätungen, Sperrungen

Der Winter hat Deutschland fest im Griff. In Frankfurt wurden erneut Flüge gestrichen und es kommt zu Verspätungen. Auch Teile der A 45 bleiben weiter gesperrt. Milderes Wetter gibt es erst am Wochenende.
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Frankfurt, Moskau, Münzenberg / Gießen Das Winterwetter hat den Verkehr in Teilen Deutschlands am Mittwoch weiter ausgebremst. Nach dem Schneechaos mussten sich Passagiere am Frankfurter Flughafen auch am Mittwoch auf Behinderungen einstellen. Zwar entspannte sich die Lage etwas. Doch bis 11.00 Uhr wurden 107 Flüge abgesagt, insgesamt waren für den Tag rund 1300 Verbindungen geplant. „Die Lage normalisiert sich langsam, aber sicher wieder“, sagte Matthias Nossek, Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport.

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„An so einem großen Drehkreuz wie Frankfurt dauert es, bis sich die Prozesse wieder einspielen“, erklärte Nossek. So seien noch viele Positionen von wartenden Maschinen belegt, deshalb sei der Platz auch für ankommende Flugzeuge knapp. Alle vier Start- und Landebahnen auf Deutschlands größtem Flughafen sind den Angaben zufolge wieder offen. Auch die Enteisung der Maschinen vor den Starts laufe normal, sagte der Sprecher.

Am Dienstag waren in Frankfurt rund zwei Drittel der insgesamt 1200 Verbindungen gestrichen worden. Zahlreiche Passagiere mussten die Nacht am Flughafen verbringen. Fraport schätzte ihre Zahl auf 2500 bis 3000. Der Flughafenbetreiber hatte für die gestrandeten Passagiere 1500 Feldbetten aufstellen lassen.

Bei dem schweren Unfall auf der A3 bei Idstein hatte ein Lastwagenfahrer laut Polizei kurz vor dem Parkplatz Theißtal einen zweiten, auf der Verzögerungsspur stehenden Lkw gestreift und war in den Parkplatz gekracht. Dort wurden fünf weitere Lastwagen sowie ein Auto in den Unfall verwickelt. In dem Auto wurden zwei Menschen tödlich und zwei weitere schwer verletzt. Die rechte Fahrspur in Richtung Frankfurt musste gesperrt werden.

In Russland führte stundenlanger Schneefall zu Behinderungen auf Flughäfen und Straßen. Allein in Moskau waren am Mittwoch Tausende Arbeiter im Einsatz, um die Wege von Glatteis und sieben Zentimetern Neuschnee zu befreien.

„Soviel Schnee im Monat März fiel in Moskau zuletzt vor etwa 50 Jahren“, sagte Vizebürgermeister Pjotr Birjukow der Agentur Interfax zufolge. In der Metropole stauten sich die Autos viele Kilometer. Auf den drei internationalen Flughäfen Moskaus kam es zu Ausfällen und Verspätungen. Im härtesten Winter seit etwa 100 Jahren in Russland seien schon rund 300 Menschen erfroren, hieß es.

Eis und Schnee haben auch im Norden Frankreichs rhebliche Verkehrsbehinderungen verursacht. Auf der Autobahn 1 steckten am Morgen im Département Somme zeitweise rund 2500 Fahrzeuge fest. Im Großraum Paris mussten wegen eisglatter Straßen fast alle öffentlichen Busse in den Depots bleiben. Eine deutlich bessere Verkehrslage meldeten hingegen die Bahngesellschaften. Die Hochgeschwindigkeitsstrecken in Richtung Großbritannien und Belgien wurden am Mittwoch wieder freigegeben. Damit konnten auch die Thalys-Züge nach Köln wieder rollen.

Die französische Regierung hatte wegen des Schneechaos' am Dienstag einen Krisenstab eingerichtet. Es sei mit weiteren 48 schwierigen Stunden zu rechnen, sagte Premierminister Jean-Marc Ayrault am Mittwochvormittag.



Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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