Winterkrise
Entspannung im Schneechaos

In Ostbayern schneit es etwas weniger. Die Menschen zeigen sich erleichtert, müssen aber immer noch befürchten, dass Dächer einstürzen.

HB PASSAU. Die Lage in den ostbayrischen Krisengebieten hat sich am Morgen angesichts nachlassender Schneefälle leicht entspannt. „Es schneit jetzt nur noch ganz wenig, trotzdem können wir uns noch nicht zurücklehnen“, sagte ein Sprecher in Regen. In sechs Landkreisen herrschte weiterhin Katastrophenalarm. In den Kreisen Deggendorf und Freyung-Grafenau waren weiterhin einige Häuser und Teile von Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten. Zahlreiche Häuser und Hotels mussten evakuiert werden. Alleine in Frauenau brachten die Helfer 30 Menschen vorsorglich in Notunterkünfte. Die Landkreise Deggendorf und Freyung-Grafenau forderten zusätzliche Schneefräsen aus Thüringen und Hessen an, die im Laufe des Vormittags eintreffen sollten.

In den ostbayrischen Landkreisen Straubing-Bogen, Deggendorf, Regen, Freyung-Grafenau, Schwandorf und Passau herrscht weiterhin Katastrophenalarm. Rund 6000 Helfer waren wieder im Einsatz, um einsturzgefährdete Dächer von der Schneelast zu befreien oder schneebedeckte Straßen zu räumen. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) und Innenminister Günther Beckstein (CSU) wollten sich am Mittag in den Landkreisen Deggendorf und Regen ein Bild von der Lage machen. „Es ist beeindruckend, wie ganze Regionen zusammenstehen und tausende Helfer bis zur Erschöpfung gegen die Schneemassen ankämpfen“, sagte Stoiber. Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) wollte in die Landkreise Passau und Freyung-Grafenau reisen.

Lecks, Trümmer und Unfälle

In Bischofsgrün (Landkreis Bayreuth) waren am späten Freitagabend Teile vom Dach einer Tennishalle unter der Last der Schneemassen eingestürzt. Verletzt wurde niemand. Trümmerteile beschädigten einen Propangastank, Gas strömte aus. Feuerwehrleute konnten das Leck innerhalb kurzer Zeit schließen. Das 600 Quadratmeter große Gebäude, das zu einem Sporthotel gehört, wurde weiträumig abgesperrt. In Schneizlreuth (Kreis Berchtesgadener Land) stürzte eine Schneelawine auf eine Straße, teilte ein Sprecher mit. Die Fahrbahn wurde unter rund drei Meter hohem Schnee auf einer Länge von rund 150 Metern verschüttet. Es wurde aber niemand verletzt, sagte ein Sprecher.

In Nürnberg kam es durch Schnee und Glatteis bis zum späten Freitagabend zu rund 70 Verkehrsunfällen mit Blechschäden. Auch auf den Autobahnen in Oberbayern hatte der Winter den Verkehr fest im Griff. Auf der Autobahn 9 kam es am späten Freitagabend wegen Schnee und Eis im Bereich der Polizeidirektion Ingolstadt zu einem Stau von 18 Kilometern Länge. Die Polizei rief Fahrer von Gefahrguttransportern in den Krisengebieten dazu auf, den nächsten Parkplatz anzusteuern.

Der strenge Winter hält die Menschen in einigen Regionen Bayerns seit Tagen in Atem. In dem Wetterchaos sind bereits mehrere Menschen ums Leben gekommen, vor allem bei Verkehrsunfällen und Stürzen bei Schneeräumarbeiten. Dutzende wurden verletzt. Auch in Tschechien und Österreich gab es Tote. Für das Wochenende hatten die Meteorologen eine allmähliche Wetterberuhigung und ein Ende der Schneefälle vorausgesagt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%