Winterwetter
Viele Unfälle und Flugausfälle

Massenkarambolagen auf Autobahnen, ausgefallene Flüge und heftige Schneefälle: Das Winterwetter sorgt in weiten Teilen Deutschlands für ein Verkehrschaos. Das nächste Tief ist schon im Anmarsch: "Wulfdieter" bringt noch mehr Regen und Schnee.

HB HAMBURG. Nahe Würzburg kollidierten auf der zugeschneiten Autobahn A3 insgesamt sechs Lastwagen, vier Autos und ein niederländischer Reisebus sieben Menschen erlitten Verletzungen. Wegen andauernden Schneefalls in der Hauptstadt fielen am Airport Berlin-Tegel bis zum Nachmittag 52 Flüge aus. In Bayern ist wohl ein weiteres Lawinenopfer zu beklagen. Zwei Tage nach einem Lawinenunglück in den Allgäuer Alpen wurde die Suche nach einem vermissten Skifahrer vorerst eingestellt.

"Wenn es noch Hoffnung gäbe, würde man weitersuchen", sagte der Kemptener Polizeisprecher Christian Owsinski. Der 40-jährige Allgäuer war am Mittwoch in eine steile Rinne gefahren und von den Schneemassen mitgerissen worden. "Eine Chance, ihn zu finden, wird es wahrscheinlich erst geben, wenn in dem Bereich weniger Schnee liegt." Erst am Donnerstag war im Allgäu nahe Pfronten die Leiche eines 20- Jährigen unter einer Lawine entdeckt worden. Einen Tag nach einem Lawinenunglück im Wendelsteingebiet rangen die Ärzte weiter um das Leben eines 47-Jährigen. Der nach dem Unglück wiederbelebte Skitourengeher sei ins künstliche Koma versetzt worden. Die weiße Gefahr ist auch weiter nicht gebannt: Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee werden bis Sonntag in den Alpen erwartet.

Auch in Berlin schneit es weiter. Auf den Flughäfen Tegel und Schönefeld sind die Räumfahrzeuge rund um die Uhr im Einsatz, um Rollwege und Pisten freizuhalten. In vielen Teilen Deutschlands haben sich Straßen in gefährliche Rutschbahnen verwandelt. Im sächsischen Chemnitz stürzte ein Fleischtransporter um, nachdem er mit einem Räumfahrzeug des Winterdienstes zusammengeprallt war und zwei Sattelzüge krachten auf der Autobahn 7 nahe Bockenem in Niedersachsen ineinander. Schneebedeckte Fahrbahnen waren auch die Ursache für eine Massenkarambolage auf der A9 in Thüringen. Nahe Bad Klosterlausnitz prallten mehrere Lastwagen und zwei Autos zusammen. Im niedersächsischen Langenhagen schleuderte auf glatter Straße ein Taxifahrer mit seinem Fahrzeug gegen einen Ampelmast.

Auch auf dem Balkan hält das Schneechaos an: In Bulgarien sind nach heftigen Schneefällen 156 Orte von der Stromversorgung abgeschnitten, einige haben auch kein Leitungswasser. Lawinenabgänge versperren zudem den wichtigen Petrohan-Pass im Balkan-Gebirge, wie das Ministerium für Katastrophenschutz mitteilte. Schneemassen sorgten in der Hauptstadt Sofia für ein Verkehrschaos. Das Wetter verwandelte auch mehrere Abschnitte der Autobahn zwischen Belgrad und Mazedonien in Schneelandschaften.

In Deutschland ist jedenfalls vorerst keine große Wetteränderung zu erwarten - auf Tief "Volker" folgen die Wolken von "Wulfdieter" mit Regen und Schnee. Die Narren müssen sich also beim Straßenkarneval dick anziehen und warmschunkeln.

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