„Wir dachten, das gehört zur Inszenierung“

Panne in Bayreuth

Bier statt Bühne in Bayreuth: Schon nach wenigen Minuten Wagner werden die Zuschauer wegen einer Bühnenpanne aus dem Saal geschickt. Sandra Maischberger freut sich über die Zwangspause.
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Eine Frau rolltvor der Eröffnung der Bayreuther Festspiele auf dem Grünen Hügel in Bayreuth (Bayern) vor dem Festspielhaus den roten Teppich aus: Die Ursache für die Panne am sogenannten Venusbergkäfig sei noch nicht klar, hieß es. Quelle: dpa

Eine Frau rolltvor der Eröffnung der Bayreuther Festspiele auf dem Grünen Hügel in Bayreuth (Bayern) vor dem Festspielhaus den roten Teppich aus: Die Ursache für die Panne am sogenannten Venusbergkäfig sei noch nicht klar, hieß es.

(Foto: dpa)

BayreuthDie 103. Richard-Wagner-Festspiele haben mit einer Panne begonnen. Erstmals in der Geschichte des Bayreuther Opernspektakels unterbrach eine technische Störung eine Aufführung nach knapp 20 Minuten. Auf der Bühne sollte gerade eine Sängergruppe in einem beweglichen Käfig in die Höhe gezogen werden. „Dann gab es zweimal einen lauten Knall, es fielen Holzstücke auf die Bühne, dann senkte sich der Vorhang“, berichtete eine Festspielbesucherin.

Die Wiederaufnahme der Oper „Tannhäuser“ in der Regie von Sebastian Baumgarten ging damit gehörig schief. Die Premierengäste mussten das Festspielhaus aus Sicherheitsgründen verlassen - unter ihnen dutzende Prominente wie Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), Gloria Fürstin von Thurn und Taxis, der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich-Genscher (FDP) und der Schlagersänger Roberto Blanco.

Die Streithähne der Bayreuther Festspiele
Katharina Wagner
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Katharina Wagner

Die 36-Jährige wird die berühmten Festspiele vom Herbst kommenden Jahres an ohne ihre Halbschwester leiten. Ihr Vertrag wurde bis 2020 verlängert. Seit 2008 steht die Urenkelin Richard Wagners als Nachfolgerin ihres Vaters Wolfgang Wagner an der Spitze der Festspiele. Die gebürtige Bayreutherin hatte sich schon vorher einen Namen als Opernregisseurin gemacht.

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Im Sommer 2007 gab sie den „Meistersingern von Nürnberg“ ihr Regie-Debüt auf dem Grünen Hügel, im kommenden Jahr wird dort ihre Interpretation von „Tristan und Isolde“ Premiere feiern. Schlagzeilen machte sich auch mit einer Kompaktversion des „Ring des Nibelungen“ in Buenos Aires. Nach Unstimmigkeiten mit dem Teatro Colón warf sie hin.

Bayreuther Festspiele
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Eva Wagner-Pasquier

Die ältere der beiden Wagner-Schwestern wird im kommenden Jahr zum letzten Mal als Co-Leiterin der Festspiele über den roten Teppich von Bayreuth gehen. Schon im Februar hatte sie mitgeteilt, von 2015 an nicht mehr als Geschäftsführerin zur Verfügung zu stehen. Ihr Vertrag endet am 31. August 2015. Die 69-Jährige ist die älteste Tochter von Wolfgang Wagner und seiner ersten Frau Ellen. Bis die beiden Schwestern sich gemeinsam um die Bayreuther Leitung bewarben, hatten sie keinen Kontakt.

Bayreuther Festspiele
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Im Vergleich zu ihrer jüngeren Halbschwester Katharina hielt Wagner-Pasquier sich als Festspielleiterin eher im Hintergrund. Sie war vor allem für die Besetzung zuständig. Vor ihrem Amtsantritt in Bayreuth war sie unter anderem Operndirektorin am Royal Opera House Covent Garden in London und Programmdirektorin an der neu gegründeten Opéra Bastille in Paris.

Bayreuther Festspiele - Frank Castorf
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Frank Castorf

Der langjährige Intendant der Volksbühne Berlin machte seinem Ruf als Enfant terrible mit seiner Interpretation des „Ring des Nibelungen“ im vergangenen Jahr alle Ehre. Nach der Premiere des letzten Teils, der „Götterdämmerung“, wurde Frank Castorf von einem Großteil des Bayreuther Publikums leidenschaftlich ausgebuht.

Castorf soll Ring 2013 in Bayreuth inszenieren
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Minutenlang ließ der Regisseur das Spektakel über sich ergehen - und ermunterte die Zuschauer sogar noch, ihm zu zeigen, was sie von seiner Arbeit halten. Als Provokation empfanden das Viele. Die beiden Wagner-Schwestern seien, so Castorf laut „Spiegel“, „sauer“ auf ihn gewesen und hätten ihm „mamamäßig gouvernantenhaft“ vorgeworfen: „Frank, Sie hätten früher runterkommen können.“

petrenko
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Kirill Petrenko

Im Gegensatz zu Castorf war „Ring“-Dirigent Kirill Petrenko der unumstrittene Star der Jubiläums-Festspiele im vergangenen Jahr. Von Publikum und Kritik frenetisch gefeiert ist der kleine Russe allerspätestens seit 2013 einer der ganz ganz Großen am Regie-Pult. Schon bevor er 40 Jahre alt war, hatte die Zeitschrift „Opernwelt“ ihn bereits zweimal zum „Dirigenten des Jahres“ erklärt.

Ihnen blieb zunächst nichts anderes übrig, als sich bei sommerlichen Temperaturen ins Freie zu begeben. Viele der Gäste steuerten das benachbarte Festspielrestaurant an. „Das erste Glas Rotwein nach wenigen Minuten Aufführung, das ist neu“, sagte eine Frau im eleganten grünen Rüschenkleid. „Die Wagners experimentieren ja sehr gerne, ich dachte zuerst, das alles ist Teil der Inszenierung“, ergänzte ihr Begleiter im Smoking.

„Drei Pausen beim Tannhäuser, das gab's noch nie“
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