Wirbelsturm erreicht New Orleans
Facebook meldet erstes „Gustav“-Opfer

Dutzende von TV-Reporter trotzen dem Wirbelsturm in New Orleans. Doch das ist gar nichts im Vergleich zur Armada von Bürgerjournalisten, die auf diversen Websites über die jüngsten Ereignisse berichten. Zum Beispiel über das erste Todesopfer: In Baton Rouge soll ein Autofahrer von einem Baum erschlagen worden sein. Eine Exklusivmeldung.

HOUSTON. "Fatility in Baton Rouge/Gonzales, A tree hit a car at the Tanger Outlet mall causing one person to die", lautet die kurze Meldung, die Augenzeuge Tod Samuel in Facebook veröffentlichte. Eine Nachricht, von der weder die Nachrichtenagenturen, noch CNN & Co bislang Notiz genommen haben.

Tod Samuel ist in der Gruppe Hurricane Centrale - Gustav aktiv, nur eine von bereits 140 Gruppen, die die Suche nach den Stichworten Gustav und Hurricane allein bei Facebook auswirft. Selbst die großen etablierten Medien nutzen Facebook. So ist der CNN-Moderator ständig eingebucht und beantwortet vor laufender Kamera immer wieder Fragen, die ihm auf diesem Weg gestellt werden.

Aber viel mehr Leute tummeln sich in den diversen sozialen Netzwerken oder auf eigenen Blogs. Ein paar Mutige, die in New Orleans ausharren, betreiben New Orleans Metblog, nur ein Beispiel von vielen.

Videos von der Sturmfront finden sich bei Youtube - bislang sind schon 228 Channels zu diesem Thema eingetragen. Und auch ein Gustavwiki befindet sich bereits im Aufbau, in dem die Informationen von unbezahlten Mitarbeitern zusammengetragen werden. Eine Fundgrube mit Hintergrund und aktuellen Meldungen.

Aber hier gilt wie bei dem Toten in Baton Rouge: ob die Berichte den Tatsachen entsprechen ist nicht zu überprüfen. Es sei denn, der Mann in dem Auto loggt sich ein und dementiert.

Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik
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