Wirbelsturm "Sandy"
Hunderttausende Amerikaner ohne Strom

„Sandy“ hat bereits mit Überflutungen und massiven Stromausfällen katastrophale Zustände ausgelöst. Viele sprechen vom „Jahrhundertsturm“. In New Jersey wurde in einem Atomkraftwerk Alarm ausgerufen.
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Washington/New YorkDer Supersturm "Sandy" ist mit voller Wucht auf die US-Ostküste geprallt. Mit Windstärken von 130 Kilometern pro Stunde und starkem Regen traf sein Zentrum am Montagabend (Ortszeit, gegen 01.00 Uhr MEZ) im Süden des Bundesstaats New Jersey in der Nähe von Atlantic City auf das Festland. Das Nationale Hurrikan-Zentrum stufte ihn zwar nunmehr als post-tropischen Wirbelsturm ein. Das machte ihn aber nicht weniger gefährlich: Seine Böen hatten immer noch Hurrikan-Stärke. In zahlreichen Städten standen Straßen unter Wasser. Bei mehr als drei Millionen Menschen fiel der Strom aus. Die Behörden wiesen mehr als eine Million Menschen an, küstennahe Gebiete zu verlassen.

Etwa eine Stunde, nachdem „Sandy“ in der Nähe von Atlantik City in New Jersey auf Land getroffen war, waren nach Medienangaben insgesamt fünf Sturmtote gemeldet worden. Als erstes Todesopfer in den USA durch Wirbelsturm „Sandy“ wurde ein Mann im New Yorker Stadtteil Queens genannt. Auch dort hatte ein Ast das Dach eines Holzhauses durchschlagen.

Im ältesten Atomkraftwerk der USA ist wegen Hochwassers in Folge von Sturm "Sandy" ein Alarm ausgerufen worden. Das Kraftwerk Oyster Creek im Staat New Jersey war bereits vor der Ankunft von "Sandy" zu Wartungsarbeiten vom Netz genommen worden. Nach Angaben der Atomregulierungsbehörde wurde gegen 19.00 Uhr Ortszeit ein "ungewöhnliches Ereignis" ausgerufen, als das Wasser eine bestimmte Höhe erreichte. Knapp zwei Stunden später wurde die Lage zum "Alarmzustand" hochgestuft, die zweitniedrigste von vier Stufen.

Nach offiziellen Angaben sind alle US-Atomkraftwerke weiterhin in einem sicheren Zustand. Die Wassermassen in der Nähe von Oyster Creek in der Nähe des Atlantiks sollten innerhalb der kommenden Stunden zurückgehen. Oyster Creek ging 1969 ans Netz und liefert neun Prozent des in New Jersey verbrauchten Stroms.

Auf dem Höhepunkt des Wirbelsturms „Sandy“ über New York hat Bürgermeister Michael Bloomberg die Menschen aufgefordert, auf keinen Fall auf die Straße zu gehen. „Wo immer Sie gerade sein mögen: Bleiben Sie da!“, sagte Bloomberg am späten Montagabend (Ortszeit) im Rathaus. Zugleich solle der Notruf nicht wegen Sachschäden oder leichten Verletzungen genutzt werden: „Rufen Sie nur an, wenn es um Leben und Tod geht.“

Bloomberg sagte, dass mehr als eine viertel Million Stromkunden in New York ohne Elektrizität seien. Ein „Kunde“ kann dabei aber auch ein großes Apartmenthaus mit Dutzenden oder gar Hunderten Wohnungen sein. Bloomberg sagte, dass der Stromausfall noch Tage anhalten könne: „Zuerst einmal muss das Wasser weg sein. Und das kann dauern.“ Überflutet ist vor allem Süd-Manhattan. Abgerissene Stromkabel seien eine enorme Gefahr, sagte der Bürgermeister. „Fassen Sie sie nicht an! Auf keinen Fall! Wir haben genug Notfälle.“

In New York stürzte die Fassade eines mehrstöckigen Hauses ein, außerdem fiel ein Kran um. In das geschlossene U-Bahn-System der Millionenmetropole drang der Verkehrsbehörde MTA zufolge Wasser ein. Windböen peitschten durch die Stadt, immer wieder waren Sirenen zu hören.

Manhattan hat vor allem mit dem steigenden Wasserlevel zu kämpfen. In einem Gebiet in Lower Manhattan in der Nähe der Wall Street hatte der Elektrizitätskonzern ConEd vorsorglich den Strom abgestellt, kurz danach waren die Straßen überflutet. Der Brooklyn-Battery-Tunnel zwischen Brooklyn und der Südspitze Manhattans läuft von der Manhattan-Seite mit Meerwasser voll, ebenso läuft der Queens-Midtown-Tunnel voll. In der Nacht zum Dienstag wurde ein neuer Überflutungsrekord mit Wasserständen von 4,26 Metern in Lower Manhattan gemessen.

Umstürzende Bäume durchtrennten an mehreren Punkte Stromleitungen. In New York waren nach Angaben von Bürgermeister Michael Bloomberg am Abend bereits 47.000 Menschen ohne Strom. Mehrere Brücken über den East River, darunter die berühmte Brooklyn Bridge, wurden für den Verkehr gesperrt, nachdem zuvor mehrere wichtige Tunnel gesperrt worden waren. Bloomberg rief die Einwohner auf, zuhause zu bleiben, da es draußen zu gefährlich sei.

Der Wirbelsturm steuerte am Montagnachmittag (Ortszeit) auf den Süden New Jerseys mit der Spielermetropole Atlantic City zu. Er peitschte Wasser durch die Straßen der Stadt, Teile der Strandpromenade wurden beschädigt.

Auch in anderen Küstenabschnitten machte sich „Sandy“ mit sintflutartigen Regenfällen, hohem Wellengang und Überflutungen bemerkbar. Dem Sender CNN zufolge waren bereits am Nachmittag rund 765 000 Menschen in mehreren Bundesstaaten von der Stromversorgung abgeschnitten.

„Sandy“ sollte in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) Vorhersagen zufolge mit Geschwindigkeiten bis zu 140 Kilometern pro Stunde über die Ostküste wirbeln. Mehr als 50 Millionen Menschen in dem dicht besiedelten Gebiet könnten betroffen sein. Kurz vor dem Aufprall auf Land hatte „Sandy“ ihre Einstufung als Tropensturm verloren und wird nun offiziell als „nach-tropischer Zyklon“ bezeichnet, da der Sturm die Struktur eines Winter-Tiefdruckgebiets angenommen habe. Das mache ihn aber nicht weniger gefährlich, betonte das Hurricane Center.

Die Wall Street machte erstmals seit 27 Jahren wegen Sturms dicht. Busse fuhren nicht, und die U-Bahn wurde ebenso wie viele Straßentunnel aus Angst vor Überflutung gesperrt. Auch am Dienstag bleiben die New Yorker Börsen Nyse und Nasdaq wegen des Supersturms geschlossen. Der Handel mit US-Staatsanleihen findet dann wetterbedingt ebenfalls nicht statt. Nyse und Nasdaq planen, den Aktienhandel am Mittwoch wieder aufzunehmen, dem letzte Handelstag des Monats, an dem Investoren üblicherweise ihre Portfolios anpassen.

Der Sturm wirkte sich bereits auch auf den Endspurt vor der US-Wahl am 6. November aus. Sowohl Präsident Barack als auch sein Herausforderer Mitt Romney sagten mehrere Termine ab. Obama kehrte von einer Wahlkampftour in Florida nach Washington zurück und rief die Bevölkerung eindringlich dazu auf, den Anweisungen der Behörden zu folgen. „Dies wird ein großer und mächtiger Sturm“, warnte er im Weißen Haus. Er machte aber auch Mut: „Wir werden das zusammen überstehen.“ Obama rief für Washington und New York sowie für die Bundesstaaten Maryland, Massachusetts und Delaware den Notstand aus.

Bei einer dramatischen Rettungsaktion brachten zwei Hubschrauber der US-Küstenwache 14 Besatzungsmitglieder des Filmschiffs „Bounty“ in Sicherheit. Der Kapitän wurde allerdings auch Stunden nach der Aktion noch vermisst. Der aus dem Hollywood-Klassiker „Die Meuterei auf der Bounty“ von 1962 bekannte Großsegler war etwa 150 Kilometer südöstlich von North Carolina in Seenot geraten und aufgegeben worden. Die Hubschrauberbesatzungen hatten gegen sechs Meter hohe Wellen zu kämpfen, als sie die Menschen aus den Rettungsbooten an Bord holten.

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  • jedenfalls für die betroffenen Menschen. Eins wird man bei den getroffenen Vorsichtsmaßnahmen jedenfalls nicht sagen können : dass Obama die ihm anvertrauten Menschen nicht genügend gewarnt habe Andererseits: wenn alles nicht so schlimm wird und es nur einen normalen Sturm gibt, kann Romney punkten mit dem Hinweis, durch Panikmache habe es finanzielle Verluste gegeben. Mein Wunsch an "Petrus" www.yamlodress.de wäre: ein heftiger Sturm, ohne Menschenopfer, aber mit Stromausfällen an der Wall- Street ;)

  • Hallo Alfred,
    woher hast du dein Wissen? Hast du dir schon mal die Geschichte unseres Planeten angesehen? Sie hat größere "Katastrophen" und Veränderungen gesehen schon lange bevor wir Menschen unser Gastspiel begannen.

    Ich glaube nicht, dass wir die globalen Zusammenhänge überschauen. Wer wäre denn, wenn wir tatsächlich "Erwärmung" im nennenswerten Bereich erzeugen aber damit eine Eiszeit verzögern?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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