Wirbelsturm trifft Florida
„Katrina“ fordert vier Menschenleben

Der Hurrikan „Katrina“ hat Florida erreicht. Mit bis zu 130 Kilometern in der Stunde fegte er über den Südosten des US-Staates hinweg. Dabei kamen vier Menschen ums Leben. 400 000 Einwohner waren von der Stromversorgung abgeschnitten.

HB MIAMI. Zwei Millionen Menschen waren von Stromausfällen betroffen. Bäume wurden entwurzelt, Straßen standen unter Wasser. Am Freitag zog der Sturm zunächst abgeschwächt in Richtung Golf von Mexiko weiter. Das warme Wasser über dem Meer gab dem Hurrikan aber neue Kraft. Für Montag wurde damit gerechnet, dass „Katrina“ den Nordwesten Floridas heimsucht. Die Angst vor Unterbrechungen bei der Ölförderung in der Region hielt den Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) Öl über 67 Dollar, bis die Meteorologen für die Bohrinseln Entwarnung gaben.

In Fort Lauderdale starb Fernsehberichten zufolge ein Mann in seinem Auto, als ein umstürzender Baum Stromleitungen mitriss, die auf den Wagen fielen. In den Orten Plantation und Hollywood kamen ein Mann und eine Frau ums Leben, als sie von entwurzelten Bäumen erschlagen wurden. In Cooper City starb ein Mann, als er mit seinem Auto gegen einen Baum raste.

Der tropische Wirbelsturm führte große Regenmengen mit sich, als er am Donnerstag südlich von Fort Lauderdale mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern auf den Kontinent traf. Für einen 270 Kilometer langen Landstreifen war in Florida wegen des heraufziehenden Sturms vorsorglich eine Hurrikan-Warnung ausgegeben worden. Die Behörden rieten der Bevölkerung, nicht nach draußen zu gehen. Zwangsevakuierungen wurden jedoch nicht angeordnet. Schulen und Geschäfte im Südosten des Bundesstaates wurden geschlossen.

Der Wirbelsturm wurde von den Wetter-Experten auf einer Stärke-Skala von eins bis fünf nur auf der niedrigsten Stufe geführt. Damit sind größere Schäden an Gebäuden unwahrscheinlich.

Drei Krankenhäuser wurden durch Überschwemmungen beschädigt. Die Menschen wurden aufgefordert, gefährdete Inseln und Wohnwagensiedlungen zu verlassen. Erst im Juli war der Wirbelsturm „Dennis“ über Florida hinweggefegt, nachdem schon im September vergangenen Jahres der Hurrikan „Ivan“ schwere Schäden angerichtet hatte. Allein in den vergangenen sechs Wochen hatten sechs weitere, kräftige Wirbelstürme Florida heimgesucht. Vor der Ankunft von „Katrina“ deckten sich die Bewohner vorsorglich mit Trinkwasser-Vorräten, Batterien und Benzin ein.

Versicherungen haben einer Schätzung zufolge damit zu rechnen, nicht mehr als 600 Millionen Dollar für Schäden durch den Hurrikan auszahlen zu müssen. Nach der Prognose des Unternehmens AIR Worldwide dürfte die Schadenssumme für einen eher schwachen Hurrikan aber relativ hoch ausfallen, da er in einem dicht besiedelten Gebiet auf Land stieß.

Einige Öl- und Gasproduzenten hatten beim Herannahen des Wirbelsturms ihre Bohrinseln im Golf von Mexiko evakuiert, wo insgesamt bis zu ein Viertel des in den USA geförderten Erdöls und Erdgases liegen. Die Sorge vor Produktionsausfällen hielt den Preis für US-Leichtöl zur Lieferung im Oktober zunächst über 67 Dollar. Am Nachmittag sagten die Meteorologen jedoch voraus, dass „Katrina“ an den Förderplattformen vorbeiziehen werde. Nach dieser Prognose fiel der Kurs auf 66,25 Dollar.

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