„Wireless“ macht's möglich
Garten-Arbeit

Der April hat es gezeigt: „Frischluftbüros“ sind der neue Trend. Statt im stickigen Büro wird in Parks, in Cafes, auf Plätzen und an Promenaden gearbeitet. Möglich macht dies das drahtlose Netzwerk – und weltweit gibt es immer mehr Orte, an denen sich das Büro im Freien anbietet.

Sieht man von der globalen Klimakatastrophe und der Pollenproblematik für Allergiker ab: Bisher war’s so schön, dass es gute Gründe gibt, das Büro ab und an nach draußen zu verlegen. Der schwedische Unternehmer Lars Evert Lindberg hat es vorgemacht – am besten konferiert es sich mit einer frischen Brise. Doch seine telekommunikativ vernetzte Jacht „Enterprise“ ist nicht jedermanns Sache. Die erschwingliche Alternative liegt vor der Tür: kaum eine Weltstadt, die in diesem Sommer nicht ihre Parks vernetzt. „Draußen“ online zu sein liegt im Trend.

Zuletzt meldete Paris für nahezu alle Parks und Plätze Vollzug: „Ab 15. Juni bis Ende August werden Funksäulen für Wireless-Verbindungen installiert“, erklärt Lionel Bordeaux von der Stadtverwaltung. Die Einwahl ist überall kostenlos, etwa in den Jardins du Trocadéro direkt am Eiffelturm oder im schicken Parc Monceau mit seinen gepflasterten Wegen und bequemen Bänken. In New York ist das bereits der Fall: Die zehn größten Grünanlagen der US-Metropole sind mit kostenlosen Internetzugängen ausgestattet, darunter der Bryant Park zwischen 40. und 42. Straße und Fifth und Sixth Avenue, in dem sich die Geschäftsleute zum Lunch auf dem fußballgroßen Rasen treffen.

Die Verbindung auf sichere Seiten (etwa zum Versenden von E-Mails oder zur Einwahl in Büroserver) erwies sich im größeren Central Park nicht immer als standfest, aber man arbeite daran, meldet das Pressezentrum. Und in Singapur, wo zahlreiche Country-Clubs und sonstige private Grünanlagen schon WLan-versorgt sind, soll in den nächsten Jahren die gesamte Insel drahtlos ins Internet surfen können. „Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass es viele mit Laptop in einen Park zieht“, meint Martin Herbrich, Geschäftsführer von Jungheinrich Singapore. „Meist ist es entweder zu heiß, oder die Luftfeuchtigkeit ist zu hoch. Das ist eher für Cafés und Restaurants interessant.“

Wie auch in den hiesigen Gefilden. Etwa in Münchens Englischem Garten, wo der 7 000 Plätze starke Biergarten vom Restaurant „Chinesischer Turm“ vernetzt ist und damit beste Noten von den Mitarbeitern der Banken, Versicherungen und Konzernen aus der nahe gelegenen Königinstraße erhält. Ein heißer Tipp ist da auch das Hamburger „Del Mar“, wo mit Elbblick vom Strandkorb aus gesurft werden kann.

In Berlin dagegen sind nur Cafés und Restaurants vernetzt, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat keine Pläne, die Parks auf ihre Kosten dazuzunehmen. Aber da gibt es ja auch noch das Strandbad Grünau mit kommerziellem Hotspot – seit dem 1. Mai wieder geöffnet.

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