Der Wirtschaftsbeschleuniger Utopien führen zum Untergang, Visionen zum Mond

Der Unterschied zwischen einer Utopie und einer Vision ist im ersten Moment vielleicht schwer erkennbar, doch für unsere Zukunft ist er entscheidend.
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Der studierte Physiker Vince Ebert ist Kabarettist, Vortragsredner und Bestsellerautor. Mit seinem Bühnenprogramm „Zukunft is the Future“ ist er deutschlandweit auf Tournee.
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Der studierte Physiker Vince Ebert ist Kabarettist, Vortragsredner und Bestsellerautor. Mit seinem Bühnenprogramm „Zukunft is the Future“ ist er deutschlandweit auf Tournee.

Zu Zeiten des Kommunismus bauten die Russen gigantische Maschinen, die Kohle und Erz förderten. Dann verbrannten sie die Kohle, um das Erz zu schmelzen, das man dann zum Bau von gigantischen Maschinen benutzte, die Kohle und Erz förderten. Die kubanische Regierung beweist sehr erfolgreich, dass das gleiche Konzept problemlos auch mit allen anderen Rohstoffen funktioniert.

Obwohl bisher jede Form von Planwirtschaft in den Ruin führte, sind wir ganz vernarrt in den Gedanken, die Geschicke einer Organisation, eines Unternehmens, ja sogar eines ganzen Landes mit „intelligenten“ Eingriffen flächendeckend zu planen. Werfen Sie dazu einfach nur man einen kurzen Blick in den Koalitionsvertrag.

Wäre Martin Luther King Deutscher gewesen, hätte er höchstwahrscheinlich nicht gerufen „I have a dream“, sondern „I have a plan“.

Selbstverständlich sind Pläne wichtig. Sie dienen als Orientierungshilfen. Wenn die Deutsche Bahn keinen Fahrplan hätte, wüssten wir nicht, wie groß die Verspätung wäre. Aber Pläne nutzen überhaupt nichts, wenn man sie nicht permanent mit der Realität abgleicht.

Dazu hat vor einigen Jahren Shell eine Untersuchung durchgeführt, mit der man herausfinden wollte, was besonders langlebige, robuste Unternehmen ausmacht. Welche charakteristischen Merkmale haben Konzerne, die sich schon 100 Jahre und länger erfolgreich auf dem Markt behaupten? Das Ergebnis der Untersuchung war nicht weiter erstaunlich: Die langlebigsten Unternehmen sind nicht diejenigen, die nach strengen planwirtschaftlichen Methoden geführt werden, sondern die, die besonders aufgeschlossen gegenüber Neuem sind; die bereit sind, kontinuierlich zu lernen und sich zu verändern.

Doch statt sich flexibel und offen auf Veränderungen anzupassen, kleben wir gerne an einem starren, allumfassenden Konzept. Wenn das große Projekt dann den Bach runtergeht, lag es wenigstens nicht an uns, sondern daran, dass sich diese blöde Realität aus unerfindlichen Gründen nicht an die penibel ausgearbeitete Theorie gehalten hat.

So ist jede planwirtschaftliche Idee im Kern eine Utopie. Das klingt im ersten Moment gar nicht so negativ. Das Gefährliche an utopischen Ideen jedoch ist, dass sie eben nicht realisierbar sind. Fast alle Utopien ignorieren grundsätzliche menschliche Verhaltensweisen und meist sogar fundamentale physikalische oder ökonomische Gesetze. Utopische Projekte genügen sich dadurch, dass sie unerreichbare Ziele setzen, an die viele Menschen dennoch glauben: Weltfrieden, kostenlose Energie, das Ende von Gier, der Mensch im Gleichgewicht mit der Natur.

So gesehen sind Utopien ein bisschen so, wie wenn eine Gruppe von Personen sich zu einer gemeinsamen Reise nach Australien entschließt, ohne sich über das Fortbewegungsmittel Gedanken zu machen. Und nach fünf Jahren wundern sich alle, dass man immer noch im Odenwald herumsteht.

Im Gegensatz zu Utopien sind Visionen etwas völlig anderes. Visionen sind Ideen, die eindeutig realisierbar sind und gleichzeitig tiefe Sehnsüchte in uns wecken. Sie rufen ein Bedürfnis hervor, das uns vorher vollkommen unbekannt war. So wie das John F. Kennedy einst tat. 1961 trat er vor sein Volk und sagte „Innerhalb dieser Dekade fliegen wir auf den Mond.“ Das war die Vision. Mehr gab JFK nicht vor. Und acht Jahre später haben die das dann gemacht. Praktisch ohne Computertechnologie und ohne vorgegebene Organisationsstrukturen. Doch genau diese Offenheit setzte bei allen Beteiligten den unbedingten Willen und den nötigen Pioniergeist frei, um dieses große Ziel zu erreichen. 

Planwirtschaft hat bisher immer in den Ruin geführt

Heute dagegen sitzen in Deutschland bei jedem Mini-Projekt 20 Controller, 50 Juristen und zehn Nachhaltigkeitsexperten, die jede mögliche Gefahr und jedes noch so klitzekleine Risiko prüfen. Und eine Gleichstellungsbeauftragte sorgt dafür, dass dabei alles politisch korrekt zugeht. So fliegst du eben nicht auf den Mond. So fliegst du nicht mal von Berlin aus irgendwohin.

Zu Zeiten des Kommunismus bauten die Russen gigantische Maschinen, die Kohle und Erz förderten. Dann verbrannten sie die Kohle, um das Erz zu schmelzen, das man dann zum Bau von gigantischen Maschinen benutzte, die Kohle und Erz förderten. Die kubanische Regierung beweist sehr erfolgreich, dass das gleiche Konzept problemlos auch mit allen anderen Rohstoffen funktioniert.

Obwohl bisher jede Form von Planwirtschaft in den Ruin führte, sind wir ganz vernarrt in den Gedanken, die Geschicke einer Organisation, eines Unternehmens, ja sogar eines ganzen Landes mit „intelligenten“ Eingriffen flächendeckend zu planen. Werfen Sie dazu einfach nur man einen kurzen Blick in den Koalitionsvertrag.

Wäre Martin Luther King Deutscher gewesen, hätte er höchstwahrscheinlich nicht gerufen „I have a dream“, sondern „I have a plan“.

Selbstverständlich sind Pläne wichtig. Sie dienen als Orientierungshilfen. Wenn die Deutsche Bahn keinen Fahrplan hätte, wüssten wir nicht, wie groß die Verspätung wäre. Aber Pläne nutzen überhaupt nichts, wenn man sie nicht permanent mit der Realität abgleicht.

Dazu hat vor einigen Jahren der Shell-Konzern eine Untersuchung durchgeführt, mit der man herausfinden wollte, was besonders langlebige, robuste Unternehmen ausmacht. Welche charakteristischen Merkmale haben Konzerne, die sich schon 100 Jahre und länger erfolgreich auf dem Markt behaupten? Das Ergebnis der Untersuchung war nicht weiter erstaunlich: Die langlebigsten Unternehmen sind nicht diejenigen, die nach strengen planwirtschaftlichen Methoden geführt werden, sondern die, die besonders aufgeschlossen gegenüber Neuem sind; die bereit sind, kontinuierlich zu lernen und sich zu verändern.

Doch statt sich flexibel und offen auf Veränderungen anzupassen, kleben wir gerne an einem starren, allumfassenden Konzept. Wenn das große Projekt dann den Bach runtergeht, lag es wenigstens nicht an uns, sondern daran, dass sich diese blöde Realität aus unerfindlichen Gründen nicht an die penibel ausgearbeitete Theorie gehalten hat.

So ist jede planwirtschaftliche Idee im Kern eine Utopie. Das klingt im ersten Moment gar nicht so negativ. Das Gefährliche an utopischen Ideen jedoch ist, dass sie eben nicht realisierbar sind. Fast alle Utopien ignorieren grundsätzliche menschliche Verhaltensweisen und meist sogar fundamentale physikalische oder ökonomische Gesetze. Utopische Projekte genügen sich dadurch, dass sie unerreichbare Ziele setzen, an die viele Menschen dennoch glauben: Weltfrieden, kostenlose Energie, das Ende von Gier, der Mensch im Gleichgewicht mit der Natur.

So gesehen sind Utopien ein bisschen so, wie wenn eine Gruppe von Personen sich zu einer gemeinsamen Reise nach Australien entschließt, ohne sich über das Fortbewegungsmittel Gedanken zu machen. Und nach fünf Jahren wundern sich alle, dass man immer noch im Odenwald herumsteht.

Im Gegensatz zu Utopien sind Visionen etwas völlig anderes. Visionen sind Ideen, die eindeutig realisierbar sind und gleichzeitig tiefe Sehnsüchte in uns wecken. Sie rufen ein Bedürfnis hervor, das uns vorher vollkommen unbekannt war.

So wie das John F. Kennedy einst tat. 1961 trat er vor sein Volk und sagte „Innerhalb dieser Dekade fliegen wir auf den Mond.“ Das war die Vision. Mehr gab JFK nicht vor. Und acht Jahre später haben die das dann gemacht. Praktisch ohne Computertechnologie und ohne vorgegebene Organisationsstrukturen. Doch genau diese Offenheit setzte bei allen Beteiligten den unbedingten Willen und den nötigen Pioniergeist frei, um dieses große Ziel zu erreichen. 

Heute dagegen sitzen in Deutschland bei jedem Mini-Projekt 20 Controller, 50 Juristen und zehn Nachhaltigkeitsexperten, die jede mögliche Gefahr und jedes noch so klitzekleine Risiko prüfen. Und eine Gleichstellungsbeauftragte sorgt dafür, dass dabei alles politisch korrekt zugeht. So fliegst du eben nicht auf den Mond. So fliegst du nicht mal von Berlin aus irgendwohin.

Mehr Infos über den Wissenschaftskabarettisten und Bestsellerautor finden Sie unter www.vince-ebert.de.

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