Wohn- und Geschäftshaus fliegt in die Luft
Bei Explosion eines Hauses in Höxter zwei Menschen getötet

Bei einer vermutlich vorsätzlich ausgelösten Explosion eines Wohn- und Geschäftshauses im westfälischen Höxter haben mindestens zwei Menschen am Montag ihre Leben verloren. Die Paderborner Staatsanwaltschaft teilte mit, 36 Menschen seien verletzt worden, 16 davon schwer.

HB HÖXSTER. Der 64 Jahre alte Eigentümer, der das Haus möglicherweise selbst in die Luft gejagt habe, werde vermisst. Das Haus wurde völlig zerstört, Nachbarhäuser schwer beschädigt. Im Umkreis von 250 Metern gingen wegen der Druckwelle Glasscheiben zu Bruch. Bergungstrupps wsuchen nach möglicherweise Verschütteten.

Laut Zeugenaussagen soll einer der beiden Hauseigentümer vom Balkon seiner Wohnung mit Benzin gefüllte Flaschen in den Innenhof und an die Außenwände geworfen haben, sagte Sauerland. Eine Flasche warf er in Richtung der Zeugin. Noch während diese mit der Polizei telefonierte, explodierte das Haus gegen 9.10 Uhr. Vermutungen, es habe sich um eine Gasexplosion gehandelt, wollte der Staatsanwalt nicht bestätigen. Er räumte aber ein, eventuell sei ein Benzin-Gas- Gemisch explodiert.

Hintergrund dürfte ein seit Jahren schwelender Streit zwischen den Eigentümern, zwei Brüdern, sein, erklärte Sauerland. Zahlreiche Gerichtsverfahren waren anhängig, die Versteigerung des Hauses stand an. Der Erlös sollte laut eines noch nicht rechtskräftigen Beschlusses des Amtsgerichts Höxter zwischen den Brüdern geteilt werden.

Bei den Opfern, einer 81 Jahre alten Frau und einem 79 Jahre alten Mann, handelte es sich laut Staatsanwaltschaft nicht um Hausbewohner, sondern um Passanten. Leichenspürhunde suchten in den Trümmern nach weiteren Toten. Die Verletzten waren nach Angaben des leitenden Notarztes Michael Stoltz vor allem von umherfliegenden Trümmern und und Glassplittern der zerstörten Fenster von Geschäften und Wohnhäusern getroffen worden. Für die weiteren Bergungsarbeiten müsse ein Nachbarhaus des explodierten Gebäudes vermutlich abgestützt werden.

Der Landrat des Kreises Höxter, Hubertus Backhaus (CDU), rechnete mit mehreren Millionen Euro Schaden. „Das historische Rathaus hat richtig was abbekommen“, sagte er. Das vor 15 Jahren restaurierte Rathaus von 1610 liegt dem Explosionsort gegenüber. Allein das bis zu den Grundmauern abrasierte Wohn- und Geschäftshaus habe einen Wert von 320 000 Euro, sagte Sauerland.

Wie Augen- und Ohrenzeugen weiter berichteten, war der Knall der Explosion bis an den Stadtrand zu hören. Zahlreiche Rettungsfahrzeuge und ein Hubschrauber waren im Einsatz, insgesamt 150 Feuerwehrleute, 100 Polizisten, 40 Rettungskräfte, 11 Notärzte, 8 Notfallseelsorger und rund 80 Bundeswehrsoldaten bemühten sich um die Opfer und die Unglücksstelle.

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