Wohnen auf Zeit
Hauswächter kümmern sich um alte Gebäude

Stehen öffentliche Gebäude über einen längeren Zeitraum leer, sind sie oft das Ziel von Vandalismus. Kommunen setzen nun Hauswächter ein, die in den Gebäuden wohnen und darauf aufpassen – viel Wohnraum für wenig Geld.
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Schwanewede/BremenEine günstige Studentenbude in einem alten Herrenhaus – für angehende Akademiker im niedersächsischen Schwanewede ist dies ab sofort nicht mehr nur ein Traum. Für wenig Geld beziehen in diesen Tagen 32 Hauswächter die denkmalgeschützten Gebäude aus den 1930er Jahren, die bis vor kurzem noch ein Therapiezentrum der Drogenhilfe Bremen beherbergt hatten.

Viele der neuen Bewohner sind Studenten. Ihre Aufgabe: Sie sollen die leerstehenden Räumlichkeiten auf dem 210.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Ländergrenze zwischen Niedersachsen und Bremen vor Vandalismus und Verfall schützen. Bleiben dürfen sie so lange, bis die Stadt Bremen einen Käufer gefunden hat.

Das Gut bei Schwanewede ist das erste größere Gebäude in Niedersachsen, das von Hauswächtern bewohnt wird. „Immobilien Bremen“, in der Hansestadt für Liegenschaften zuständig, hat sie über die Firma Camelot Deutschland engagiert. „Die Suche nach einem Käufer für das Gut dürfte sich hinziehen. Von daher sind Hauswächter die optimale Lösung“, sagt Peter Schulz von Immobilien Bremen.

Das Modell ist vor allem in den Niederlanden weit verbreitet und etabliert sich immer mehr auch in Deutschland. Camelot vermittelt seit 2011 Hauswächter im gesamten Bundesgebiet. „Es geht darum, leerstehende öffentliche Gebäude mit Leben zu füllen, um somit Vandalismus und Einbrüche zu verhindern“, sagt der Leiter der Camelot-Niederlassungen Hamburg und Berlin, Dirk Rahn.

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