Wolfgang Rösch
Der Limburger Krisenmanager wider Willen

Der neue Generalvikar im Limburger Bistum muss nun die Wogen glätten, die Tebartz-van Elst aufgewirbelt hat. Wolfgang Rösch bemüht sich in seiner ersten Pressekonferenz um Offenheit – aber nicht um Öffentlichkeit.
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Limburg„Gott mitten unter uns“ steht an einer Mauer gegenüber des Hauptbahnhofs geschrieben. Ein Satz, der in Limburg geradezu ironisch klingt, war es doch genau hier, dass ein Bischof sich für ein bisschen göttlicher hielt und sich eine 31 Millionen Euro teure Residenz neu- beziehungsweise umbauen ließ.

Einem kleinen Städtchen wie Limburg mit seinen rund 34.000 Einwohnern, seiner verwinkelten Altstadt mit den alten Fachwerkhäusern und seiner hessischen Gemütlichkeit traut man einen solchen Skandal gar nicht zu.

Doch genau hier begann das Erdbeben um den Reichtum der katholischen Kirche, das nach und nach auch die anderen Bistümer in Deutschland erschütterte und schließlich auch Rom erreichte. Dort beschloss Papst Franziskus, den bisherigen Limburger Bischof, Franz-Peter Tebartz-van Elst, der den wahren Preis des Baus vertuscht haben soll, zunächst einmal zu suspendieren.

Sein Interims-Nachfolger heißt Wolfgang Rösch und er muss nun wieder aufbauen, was Tebartz-van Elst zerstört hat – vor allem das Vertrauen der Menschen in die katholische Kirche. In Limburg traten zuletzt Dutzende Gläubige täglich aus der Kirche aus. In früheren Zeiten waren es ein bis zwei Personen pro Tag. Doch der Glaube an die Institution Kirche ist nach der Affäre um Tebartz-van Elst verlorengegangen.

Generalvikar Rösch soll dieses Vertrauen nun wiederherstellen. Bei seiner ersten Pressekonferenz am Mittwoch in Limburg betonte er aber auch gleich, dass er keinen Masterplan habe. „Es ist immer schwer, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen“, sagte Rösch in der Aula des Priesterseminars. Er setzt zunächst einmal auf persönliche Gespräche und Begegnungen.

Und auf Transparenz? Zumindest ein bisschen. Rösch bemüht sich bei seinem ersten Auftritt vor rund 50 Journalisten um ausgewogene Antworten. Er verdeutlicht, dass er das Vermögen des Bischöflichen Stuhls und den Bistumshaushalt veröffentlichen wolle.

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Viele schwammige Antworten

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Fahrrad statt Dienstwagen

Kommentare zu " Wolfgang Rösch: Der Limburger Krisenmanager wider Willen"

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  • "Dazu fehlt mir die Phantasie“, sagt er knapp."

    Aber an einen unsichtbaren, bärtigen Mann im Himmel glaubt er, soviel mehr Phantasie hat er dann doch.

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