Wowereit und Gottschalk ehren verstorbenen Schauspieler
Juhnke-Trauer: "Harald, you did it your way"

HB BERLIN. Ein schlichtes, schwarz-weißes Foto von Harald Juhnke mit Trauerrand, der Sarg geschmückt mit roten Rosen, dazu Kränze mit den letzten Wünschen: So verabschiedete sich am Samstagvormittag die Stadt Berlin in einem offiziellen Trauergottesdienst in der Gedächtniskirche von dem am 1. April gestorbenen Schauspieler, Sänger und Entertainer Harald Juhnke.

Neben der Familie - Ehefrau Susanne kam mit Sonnenbrille und tauschte nur einen kurzen Händedruck mit Juhnkes Sohn aus erster Ehe, Peer, aus - trauerten auch prominente Kollegen des Verstorbenen um den 75-Jährigen. Rund 800 Gäste hatten sich in der Gedächtniskirche versammelt, darunter die Schauspieler Otto Sander, Ben Becker, Ilja Richter und die Filmproduzenten Artur Brauner und Regina Ziegler.

Die erste Trauerrede hielt der Regiernde Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, der Juhnke als großen Volksschauspieler würdigte und bekannte, mit Juhnke «aufgewachsen zu sein». Der SPD-Politiker endete seine Ansprache mit den Worten: «Harald, you did it your way». Ihm folgte ZDF-Intendant Markus Schächter, der den Zuhörern am Ende seiner Würdigung von Juhnkes künstlerischen Leistungen (darunter etwa die Fallada-Verfilmung «Der Trinker») versprach, dass Juhnkes «gute Tage - barfuss oder Lackschuh» auch nach dessen Tod im TV zu sehen sein werden.

Mit Respekt erinnerte sich auch ZDF-Moderator Thomas Gottschalk in ebenso bewegenden wie liebevollen Rede an den Verstorbenen. Gott sei möglicherweise ein wenig «langweilig» im Himmel gewesen, so dass er den «Spötter aus Berlin» zu sich gerufen habe - der, so die Ironie des Schicksals, nun fast gleichzeitig mit einem anderen «Menschenfischer», dem «Mann aus Rom» vor den Gott trete.

Gottschalk erinnerte überdies an die «vielen Talente» Juhnkes, mit denen jener manchmal «allzu verschwenderisch umgegangen» sei, sowie seine Liebe zum Publikum, die stets erwidert wurde: «Harald Juhnke war der Held der kleinen Leute», so Gottschalks abschließendes Fazit.

Das Wort für die Familie des Verstorbenen ergriff Sohn Peer aus erster Ehe, der sich in den vergangenen Jahren einen oft erbitterten Streit mit Susanne Juhnke über die Betreuung seines Vaters geliefert hatte. Davon war jedoch nicht die Rede, sondern von dem Menschen Harald Juhnke, den, so sein These, «nur wenige wirklich gekannt haben». Wichtiger als die Familie, so Peer Juhnkes ebenso ernüchterndes wie versöhnliches Fazit, sei dem Entertainer jedoch stets sein Beruf gewesen.

Besonders tragisch für die Familie Juhnke sei zudem die schwere Demenzerkrankung des Künstlers gewesen, der deshalb noch nicht einmal mehr die Geburt seines Enkelsohnes, der ihm «so ähnlich sei» wahrgenommen habe.

Gestört wurde die Feier von einem Mann, der mit dem Megafon «Tuet Buße!» rief und Flugblätter in die Menge warf, als der mit einem Meer roter Rosen bedeckte Sarg aus der Kirche getragen wurde. Er wurde festgenommen. Die Beisetzung im engsten Familienkreis nach der Trauerfeier fand hingegen ohne Störung statt.

Auf dem Waldfriedhof Dahlem fand der Entertainer seine letzte Ruhe. Dort liegt auch seine vor 50 Jahren im Alter von nur 14 Monaten gestorbene Tochter Barbara. Susanne Juhnke und die Juhnke-Söhne Peer und Oliver warfen weiße Rosen in das Grab, neben dem ein großformatiges Foto Juhnkes stand.

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