Yoga für gestresste Manager
Den Adler machen

Yoga hat sich offenbar in unserer Wellness-Welt zum Allheilmittel gemausert. Auch immer mehr Manager, die unter Rückenschmerzen und unter anderen Bürozipperlein leiden, schwören auf diese asiatische Entspannungstechnik. Aber welches Yoga, bitte schön, soll es denn sein?

Iyenga-Yoga, Ashtanga-Yoga, Bikram-Yoga, Nackt-Yoga, Power-Yoga oder Flow-Yoga?

Nun denn, Anusara-Yoga soll besonders gut für Manager geeignet sein.

Erfinder John Friend glaubt, dass alle klassischen Yoga-Übungen nicht für den Büro-Menschen gemacht sind. Manch einer handelt sich schon eine Sehnenscheiden-Entzündung ein, weil er acht Stunden am Tag mit der Maus arbeitet. Von haarsträubenden Positionen, in denen er sich zu Krieger, Kobra oder Baum verbiegen soll, ganz zu schweigen.

Anders als andere Yoga-Richtungen verbindet Friends’ Methode die klassischen Übungen mit den Prinzipien der modernen Biomechanik des Körpers. Soll heißen, dass der Lehrer den Schüler schon von der Ausgangsposition an so korrigiert, dass dieser ein neues Körpergefühl entwickeln kann, welches bei unserem bewegungsarmen Lebenswandel nämlich nicht besonders ausgeprägt ist. Wo die Traditionalisten unter den Yogis die jahrhundertealten originalen Übungen abturnen, geht Anusara auf die Möglichkeiten eines Managers von heute ein.

Die Schüler lernen eine stabile Körperhaltung, sie lernen es, Kraft aufzubauen und flexibel zu werden. „Statt von einer Übung in die andere zu hetzen, soll der Schüler erst einmal Muskelkraft aufbauen“, sagt Yogalehrer Vilas. Der Berliner und seine Frau Claudia Turks leiten die erste und bislang einzige Anusara-Schule in Deutschland. Dabei hatte Vilas, der heute nur noch mit seinem yogischen Vornamen angeredet werden möchte, mit der indischen Gymnastik zunächst nichts am Hut. „Tennis, Reiten, Action – alles war toller als Yoga. Ich fand es furchtbar“, sagt der 57-Jährige.

Bis vor sechs Jahren war Vilas selbst einer dieser typischen Vielarbeiter: Im Auftrag einer international operierenden Unternehmensberatung zwängte er sich mehrmals die Woche in den Flieger.

Damals brachte er 25 Kilo mehr auf die Waage, achtete weder auf seine Ernährung noch darauf, wie er Stress abbauen könnte. Bewegung gönnte er sich nur in den Ferien. Doch wer das ganze Jahr über schlaff in der Flughafen-Lounge hängt, kann im Urlaub schlecht Tennis spielen.

Erst nachdem ein Bein von der Hüfte abwärts gelähmt war und weder neurologische Behandlung noch Operation helfen konnten, fand er sich in einer Anusara-Klasse in den USA. Und das half.

Heute kann er sich nicht nur selbst in den Adler falten – er zeigt auch anderen, wie das geht. Gestressten Managern gibt Vilas Einzelstunden. In 10 bis 15 Sitzungen lernt auch die schlaffste Führungskraft ein neues Körpergefühl. Kirsten Niemann

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