"Yps" kommt zurück
Die Wiedergeburt des karierten Kängurus

Nach fast fünfjähriger Pause kehrt Yps wieder zurück ins Zeitschriftenregal. Neben der Mischung aus Comic und Kuriosem liegt in der Plastiktüte wie immer ein kleines Gimmick: Heute „Die Geld-Maschine“

BERLIN. Eine kleine Walzmaschine mit Kurbel und Tinte. Mehr benötigten kleine Schlaumeier vor 30 Jahren nicht, um ihr eigenes Geld herzustellen. Das Papier wurde einfach in die so genannte Geld-Zauber-Maschine gesteckt, an der Kurbel gedreht und raus kam die Blüte - dem Comic-Heft Yps mit seinen absurden Spielbeilagen sei Dank.

In die Jahre gekommene Yps-Fans, die beim Gedanken an Falschgeld, Agentenpistolen, die um die Ecke schießen und der Sonnenbrille mit Jalousie nostalgisch werden, dürfen sich nun freuen: Das Kult-Comic mit den ausgefallenen Gimmicks aus den 1970er Jahren ist seit heute als Sonderausgabe mit einer Auflage von 150 000 Exemplaren wieder im Handel. Als Gimmick liegt der besagte Klassiker von Yps-Ausgabe Nr. 6 bei: die Geld-Maschine.

Yps - die praktische Schule fürs Leben

Wenn das Heft sich gut verkauft, wird Yps nach Angaben des Ehapa-Verlags regelmäßig erscheinen. Die Spielbeilage war seit jeher das Markenzeichen des Comic-Heftes, das der Verlag Gruner+Jahr ab 1975 wöchentlich ans Kind brachte und 1999 an den Egmont Ehapa Verlag verkaufte. Kurz darauf verschwand das karierte Känguru, das den Spieltrieb von drei Generationen im Beutel trug, aus wirtschaftlichen Gründen wieder vom Markt. Empörung machte sich breit, schließlich war Yps für viele der mittlerweile Mitdreißiger eine praktische Schule fürs Leben.

1253 Gimmicks haben sich Yps-Erfinder Reinhard Haas und Produktmanager Shui-Li Shum in 25 Jahren ausgedacht. In der ersten Ausgabe steckte ein Schleuder-Katapult, mit dem Grundschüler sich gegenseitig mit Plastikkügelchen abschießen konnten. Nach einem Jahr hatte Yps eine Auflage von 350 000 Exemplaren.

Von einem Heft mit Mikroskop verkaufte Gruner+Jahr 480 000 Stück - und das zu einem Taschengeld vernichtenden Preis von damals 2,50 DM pro Heft. Zu den Verkaufsschlagern gehörten auch Agentenzubehör und Solargimmicks. Tausende Kinder ließen 1980 gleichzeitig die tiefschwarzen Solarzeppeline aus dem Yps-Heft fliegen und lösten damit einen deutschlandweiten Ufo-Alarm aus.

Sich selbst vernichtende Urzeitviecher

Ähnlich begehrt war Gimmick Nr. 25 mit dem Kinder frühzeitig lernen konnten, für ihre ersten Haustiere Verantwortung zu übernehmen: Urzeitkrebse, die nach knapp einem Tag aus ihren Eiern schlüpften, wenn man Wasser über sie kippte. Da das Spezialfutter erst im nächsten Heft beilag, mussten aber viele Kinderaugen mit der Lupe dabei zusehen, wie sich die Einzeller gegenseitig auffraßen.

Unvergessliche Yps-Erlebnisse dieser Art will der Verlag sich nun zu eigen machen: Neben einer jungen Zielgruppe sollen bei einem Heftpreis von 2,99 Euro auch erwachsene Ypsianer angelockt werden. Auf den Trödelmärkten reißen sich seit langem Alt und Jung um die Hefte. Ein Blick auf die Internetseite des Online-Auktionshauses Ebay beweist, dass Nostalgie Bares bringt. Für die Originalausgabe Nr. 1160 aus den 1980ern mit dem gelben Plastik-Gimmick, das viereckige Eier formt, hat ein Yps-Fan zum Beispiel mehr als 40 Euro bezahlt. Da lohnt ein Blick auf den Dachboden - und die Geld-Maschine wird überflüssig.

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