Yspahan
Markttag mit Hindernissen

Vor wenigen Jahren erst hat der französische Verlag Ystary das Licht der Spielewelt entdeckt – und doch hat er mit mehreren interessanten Spielen die Achtung der Branche erworben. Der bisherige Höhepunkt: Caylus, das Spiel, das im vergangenen Jahr vielfach als eines der besten Spiele des Jahres gelobt wurde. Wer sich selbst die Latte so hoch legt, muss sich anstrengen, will er sie selbst noch einmal überspringen. Verständlich, dass bei der aktuellen Neuheit „Yspahan“ alle den Vergleich mit Caylus suchen werden. Vergeblich, denn Caylus ist ein völlig anderes Spiel.

DÜSSELDORF. Bei Yspahan müssen wir Handel treiben, im Laufe von drei Spielwochen Basare besetzen, Waren mit der Karawane transportieren und Gebäude errichten. Wichtig ist es, die richtige Mischung zwischen all unseren Aktivitäten zu finden. Das klingt wie ein hoch strategisches Spiel, und das wäre es auch, wären da nicht die Würfel als das zentrale Element bei Yspahan. Die Würfel nämlich bringen einen großen Unsicherheitsfaktor in das Spiel ein – ohne dass Yspahan zum Glücksspiel wird.

Zu Beginn eines Tages wirft der Startspieler neun bis zwölf Würfel, ordnet diese nach ihrem Wert und legt sie auf das Zug-Tableau. Die Verteilung der Würfel zeigt nun unsere möglichen Züge an, aus denen wir Spieler jeweils eine Möglichkeit wählen dürfen. Nun können wir wahlweise Gold oder Kamele in unseren Vorrat nehmen oder Läden in den Stadtvierteln beliefern. Wir können aber auch den Aufseher bewegen, der dann Waren auf die Karawane verteilt, oder verdeckt eine Einflusskarte ziehen.

Der Sinn der jeweiligen Aktionen hängt sehr vom jeweiligen Spielverlauf ab. Mal mag es klüger sein, einen Basar vollständig mit Waren zu beliefern, mal ist es sinnvoll, einem Gegner die Waren wieder aus dem Geschäft zu nehmen. Weil sich die Spielverläufe angesichts der zufälligen Würfelkombinationen sehr stark voneinander unterscheiden, gibt es keine zuverlässige Strategie. Das allerdings macht Yspahan erst richtig interessant, weil wir mit jedem Spiel ein neues Spiel erleben.

Schwierig ist bei Yspahan eigentlich nur der Einstieg in die erste Runde. Die Regeln scheinen recht komplex, erklären sich dann aber schon nach wenigen Zügen von selbst. Schon bei der zweiten Partie bekommen wir die nötige Sicherheit, um uns souverän über den Spielplan zu bewegen. Wie gesagt, ein Vergleich mit dem hoch komplexen Caylus ist kaum möglich. Yspahan ist anders, zufallsabhängiger, steht dem großen Bruder aber in nichts nach. Für mich ist es ein sehr gelungenes Familienspiel.

YspahanYstary

3 – 4 Spieler ab 8 Jahren
ca. 60 min
ca. 30 Euro
www.huchandfriends.de

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