Zahl der Todesopfer des Erdbebens erhöht sich stündlich
Bergungskräfte in Iran finden kaum Überlebende

Bei dem verheerenden Erdbeben in Iran sind laut Gesundheitsministerium allein in der Stadt Bam 70.000 Menschen getötet oder verletzt worden. Bergungsmannschaften aus aller Welt stehen im Wettlauf mit der Zeit.

HB BERLIN. Erdbebenrettungskräfte aus Deutschland, Russland, Großbritannien, Italien und der Schweiz sind am Samstag in Iran eingetroffen und begannen dort sofort mit der Suche nach Überlebenden. Mitarbeitern des Technischens Hilfswerks (THW) gelang es, 20 Menschen lebend aus den Trümmern zu bergen. Die Rettungskräfte stehen unter Zeitdruck. Abendtemperaturen unter dem Gefrierpunkt senken die Überlebenschancen der Verschütteten deutlich. Mehr als 40 deutsche Erdbebenspezialisten unterstützen in der zu drei Vierteln zerstörten Stadt Bam die Rettungsarbeiten. Neben dem 30-köpfigen Team des THW sind auch Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes, des Arbeiter Samariter Bundes, des Malteser Hilfsdienstes und des Deutschen Rettungshundeverbandes vor Ort. Nach Angaben des Auswärtien Amtes soll noch am Samstag ein deutsches Flugzeug mit 28 Tonnen Hilfsgütern starten.

Hilfsangebote aus Israel wies die Regierung in Teheran dagegen zurück. Man werde die Hilfe aller Länder und aller Organisationen annehmen, nicht aber diejenige eines zionistischen Regimes, berichtet die iranische Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf Regierungskreise. Hilfe aus den USA will Iran dagegen akzeptieren. Washington hatte am Freitag ebenfalls Hilfe angeboten, obwohl die Beziehungen zwischen Iran und den USA angespannt sind und Iran Teil der von Präsident George W. Bush definierten «Achse des Bösen» ist.

Gebraucht werden nach Angaben der iranischen Regierung Spürhunde und Detektoren zum Aufspüren von Überlebenden unter den Trümmern, aber auch Medikamente, Decken, Zelte und Fertighäuser für die obdachlos gewordenen Menschen. Die Zahl der Toten wurde von der Regierung mit 20.000 angegeben, 30.000 seien verletzt worden. Allerdings geht das Innenministerium davon aus, dass sich die Zahl der Toten noch deutlich erhöhen wird. «Wir gehen davon aus, dass das Ausmaß der Katastrophe sogar noch größer und die Zahl der Opfer viel höher ist, als bislang bekannt wurde», sagte der iranische Innenminister Abdolwahed Mussawi Lari dem staatlichen Rundfunk am Samstag.

Gesundheitsminister Ahmed Peseschkian sagte, 70 Prozent der 100.000 Einwohner der Stadt Bam seien tot oder verletzt.Der Leiter der medizinischen Fakultät von Kerman, Iradsch Scharifi, geht von 25.000 Toten aus. 5.000 Menschen habe man bereits beerdigt, 20.000 würden noch unter den Trümmern vermutet, sagte Scharifi. Wegen der großen Kälte hätten sie kaum Überlebenschancen. Tausende Menschen flohen am Samstag nach Augenzeugenberichten aus der Stadt aus Angst vor Nachbeben. Voll besetzte Autos stauten sich am Nachmittag auf den Straßen von Bam in die Provinzhauptstadt Kerman.

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