Zahl der Toten erhöhte sich noch einmal auf jetzt 22
In Kalifornien beginnt der Wiederaufbau

Der Wiederaufbau in den vom Feuer zuerstörten Gebieten in Südkalifornien hat am Montag bereits begonnen. Trotzdem stieg die Zahl der Toten jetzt erneut an.

HB LOS ANGELES/BERLIN. Die schweren Brände in Kalifornien haben nach Medienberichten vom Montagabend zwei weitere Menschenleben gefordert. Damit erhöhte sich die Zahl der Opfer auf 22. Die Behörden in San Bernardino führten den Tod von zwei Männern durch Herzinfarkte am Wochenende auf die Feuersbrunst zurück. Bei anhaltend kühlem und feuchtem Wetter rechnen die Helfer bis Dienstagabend mit einer Eindämmung sämtlicher Brände.

US-Präsident George W. Bush wurde am Dienstag in Südkalifornien erwartet. Nach Angaben des Weißen Hauses soll er nach einem Rundflug über den verkohlten Gebieten mit Feuerwehrleuten und Opfern der Katastrophe zusammentreffen. Dabei werde er von dem amtierenden kalifornischen Gouverneur Gray Davis und dessen Nachfolger Arnold Schwarzenegger begleitet.

Eine gute Woche nach Ausbruch der schlimmsten Brände in der Geschichte Kaliforniens sind tausende Menschen erstmals wieder zu ihren Häusern zurückgekehrt. Viele fanden nur noch Ruinen vor. Insgesamt zerstörten die Brände mehr als 3400 Häuser. Zehntausende Kalifornier hatten auch die Nacht zum Montag in Notunterkünften verbracht.

„Kaum sind die Feuer gelöscht, laufen die Telefone heiß“, sagt James Shebl von der Bundesbehörde für Katastrophenschutz in Pasadena, wo Geschädigte der Feuersbrunst in Südkalifornien Schlange stehen. Allein in vier Tagen seien über 6 000 Anträge für Hilfsgelder eingegangen. Schecks im Wert von einer Million Dollar seien schon unterwegs. Als erste Notspritze - etwa für Miete oder Hotelkosten - können Feuer-Opfer 5 000 Dollar (4315 Euro) vom Staat kassieren. Bis zu 25 000 Dollar gibt die Behörde für den Wiederaufbau zerstörter Häuser dazu.

Bei nicht wenigen Grundstücksbesitzern liegen aber Millionen-Dollar-Villen in Schutt und Asche. Shebl räumt ein, dass die Spenden gerade mal ausreichen, „um den Leuten ein wenig auf die Beine zu helfen“. „Nach vorläufigen Schätzungen wurden 3440 Häuser zerstört, doch die Zahl könnte noch ansteigen“, sagt Lorna Bernard von der Kalifornischen Notdienstzentrale (OES). Das Feuer tötete 20 Menschen, verkohlte mindestens 3013 Quadratkilometer Land, verletzte 214 Feuerwehrleute.

Sie habe aber auch gute Nachrichten, fügt die Sprecherin hinzu. Bis Montagabend sollte eines der letzten großen Feuer, das Cedar-Fire bei San Diego, unter Kontrolle sein. 3 000 Feuerwehrleute durften bereits am Wochenende nach Hause zurück. Nach dem unermüdlichen Löscheinsatz sind immer noch 14 000 Helfer im Einsatz. Sie schlagen Feuerschneisen und sichern Brandgebiete.

Unterdessen hat eine politische Schlammschlacht um die Schuldfrage und die Finanzierung des Wiederaufbaus nach dem Flammeninferno begonnen. Während Gouverneur Gray Davis von zwei Milliarden Dollar Schäden durch das Feuer spricht, prophezeien andere nach Medienberichten bis zu zwölf Milliarden Dollar.

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