Zahlreiche Verletzte
Dach stürzt auf hunderte Messebesucher

Im oberschlesischen Kattowitz ist vermutlich unter der Last von Schneemassen das Dach einer Messehalle eingestürzt. Nach Polizeiangaben hielten sich darin offenbar mehr als 500 Menschen auf. Vier Menschen kamen dabei ums Leben, zahlreiche wurden verletzt.

HB WARSCHAU/KATTOWITZ. Ein Feuerwehrsprecher berichtete im polnischen Rundfunk, einer der Eingeschlossenen habe per Mobiltelefon Kontakt mit den Rettungskräften aufgenommen und von Todesopfern berichtet. Mehrere hundert Rettungskräfte aus der gesamten Region eilten zum Unglücksort.

Ein Polizeisprecher sagte, zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich 500 bis 1000 Menschen in der Halle auf, in der eine Brieftaubenausstellung organisiert wurde. Zumindest ein Teil von ihnen war in der Halle eingeschlossen, andere Messebesucher konnten sich offenbar in Sicherheit bringen. Noch während des Rettungseinsatzes gab ein weiterer Teil des Dachs nach, berichtete das polnische Fernsehen.

Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehr eilten zum Unglücksort, die Rettungsarbeiten dauern an. Bisher wurden etwa 40 bis 50 Verletzte in Krankenhäuser gebracht. Auch aus den umliegenden Städten des oberschlesischen Industriereviers, Tschenstochau und Krakau wurden Rettungskräfte nach Kattowitz geschickt. Spezialkräfte mit Sonargeräten und Suchhunden seien unterwegs zum Unglücksort, sagte ein Feuerwehrsprecher. Helfer reichten den Eingeschlossenen durch in das eingestürzte Dach geschweißte Löcher heiße Getränke und versuchten, unverletzte Unglücksopfer in Sicherheit zu bringen.

Der Nachrichtensender TVN 24 zeigte Bilder von teilweise chaotischen Szenen. Im dichten Schnee führten Rettungskräfte Verletzte aus dem Gefahrenbereich, mehrere Menschen hatten blutende Kopfverletzungen. Feuerwehrmänner versuchten mit Räumgerät, sich Zugang zu den Eingeschlossenen zu verschaffen. Anwohner und Angehörige eilten nach Bekanntwerden der Katastrophe zum Messegelände.

In der Halle fand eine Taubenausstellung statt, an der sich mehr als 120 Aussteller beteiligten, darunter auch Züchter aus Deutschland. Die Bundesregierung versucht derzeit zu klären, ob es beim Einsturz des Dachs einer Messehalle im oberschlesischen Kattowitz auch deutsche Opfer gegeben hat. Die Botschaft in Warschau und das Generalkonsulat in Breslau seien in Kontakt mit den örtlichen Behörden, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin auf Anfrage. „Über mögliche deutsche Opfer liegen derzeit keine Erkenntnisse vor“, sagte sie.

In den vergangenen Tagen hatte es bereits mehrere Fälle gegeben, in denen Dächer von Supermärkten oder Einkaufszentren unter dem Druck der Schneedecke nachgaben. In diesen Fällen wurde die Gefahr jedoch früh bemerkt, und die Gebäude konnten rechtzeitig evakuiert werden.

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