Zahnarztkrimi um Uniklinik
Staatsanwalt fordert Bewährungsstrafe

Der Ex-Chef der Uniklinik Düsseldorf muss wohl nicht ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Bewährungsstrafe für Wolfgang Raab. Sein Verteidiger wollte das Verfahren gegen Geld einstellen.
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DüsseldorfDer 13. Tag könnte für Wolfgang Raab ein Glückstag werden. Zwölf Tage muss sich der frühere ärztliche Direktor der Uniklinik Düsseldorf nun schon vor dem Landgericht verantworten. Im Laufe seines Untreue-Prozesses sah es zuletzt mit jedem Verhandlungstermin besser für den 63-Jährigen aus. An diesem Freitag hat nun die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer gehalten: Die Ermittler fordern zehn Monate Haft auf Bewährung, wie ein Gerichtssprecher auf Anfrage bestätigte. Das Plädoyer der Verteidigung wie auch das Urteil soll am kommenden Dienstag gesprochen werden.

Damit deutet sich für Raab zweierlei an: Zum einen bleibt dem Zahnarzt wohl das Gefängnis erspart. Zum anderen darf er wahrscheinlich seinen Beamtenstatus und alle dazu gehörenden Ansprüche behalten. Beides wäre nur verloren, sollte ihn die 14. Strafkammer zu mindestens einem Jahr Knast verurteilen.

Doch danach sieht es nun nicht mehr aus. Erst recht nicht, seit das Gericht von einem deutlich geringeren Schaden ausgeht als die Anklage. Raab soll in seiner Privatambulanz über mehrere Jahre einen wissenschaftlichen Mitarbeiter der Uniklinik beschäftigt, dessen Leistungen aber selbst abgerechnet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm deshalb schwere Untreue vor und bezifferte den Schaden für die Universität zunächst auf 350.000 Euro. Nach einer Überprüfung geht das Gericht allerdings nur noch von 29.000 Euro Schaden aus, bestätigte der Gerichtssprecher. Diese Summe habe die Strafkammer als Mindestschaden geschätzt.

Bericht: Verteidiger bot 60.000 Euro an

Wolfgang Raab selbst hält sich für unschuldig. Sein Verteidiger, der Düsseldorfer Promi-Anwalt Sven Thomas, hatte zum Prozessauftakt erklärt: „Die zuständigen Gremien der Universität und des Klinikums waren sowohl über die Existenz der Privatambulanz als auch über die Vertretung von Professor Dr. Raab durch Ärzte des Klinikums bei der Behandlung von Patienten informiert.“ Nach einem Bericht der „Rheinischen Post“ hat Thomas die Zahlung einer Auflage von 60.000 Euro angeboten, damit das Verfahren eingestellt werden könne. Darauf habe sich die Staatsanwaltschaft aber nicht eingelassen.

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