Zapatero besucht Katastrophenregion
Brände auf Gran Canaria weiten sich aus

Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero will sich am morgigen Mittwoch selbst ein Bild von der Katastrophenregion auf Teneriffa und Gran Canaria machen. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas schlägt angesichts der sich ausweitenden Waldbrände eine europäische Feuerwehrtruppe vor.

HB SANTA CRUZ. Ministerpräsident Zapatero sagte einen geplanten Besuch in Barcelona ab, um stattdessen auf die Kanarischen Inseln zu eilen.

Die Situation sei höchst alarmierend, sagte Umweltministerin Cristina Narbona. Die Zentralregierung werde die Regionalbehörden bei der Bekämpfung der Brände unterstützen. Bisher mussten 14.000 Menschen aus Wohnhäusern, Hotels und Camping-Anlagen in Sicherheit gebracht werden. 25.000 Hektar Pinienwald und andere Flächen sind verbrannt. Betroffen sind vor allem die Regionen im Inneren der Inseln und nicht die Touristenzentren an den Küsten.

Allein auf Teneriffa mussten 8.800 Menschen in Notunterkünfte gebracht werden. Dort fielen 900 Häuser den Flammen zum Opfer, 15.000 Hektar Land wurden verkohlt. Unter den 5.200 Brand-Flüchtlingen auf Gran Canaria sind auch mindestens 50 deutsche Touristen.

Weil das Gelände sehr zerklüftet ist, erfolgt die Brandbekämpfung vor allem aus der Luft mit Hilfe von Löschflugzeugen. Windböen von 65 Kilometern pro Stunde und Temperaturen über 40 Grad fachten die Brände weiter an. Die Lage sei dramatisch, erklärte der Präsident der Regionalregierung der spanischen Inselgruppe, Paulino Rivero. Kleinere Brände gibt es auch auf den Inseln La Gomera und La Palma. Bewohner der Kanaren gaben an, es sei das erste Mal, dass alle vier Inseln von Waldbränden betroffen seien. Auf Gran Canaria wurde ein 37-jähriger Waldhüter verhaftet, der gestanden hat, den Brand dort aus Ärger über das bevorstehende Ende seines Arbeitsvertrags gelegt zu haben.

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas sprach sich unterdessen für die Schaffung einer europäischen Feuerwehrtruppe zur Bekämpfung von Waldbränden aus. Angesichts der in Südosteuropa und Spanien wütenden Flammenherde griff der griechische EU-Kommissar eine Idee seines französischen Exkollegen Michel Barnier wieder auf. Dieser hatte bereits im vergangenen Jahr die Einrichtung einer Art schnellen Eingreiftruppe für Naturkatastrophen und andere Notfälle vorgeschlagen.

Für Waldbrände sollten demnach eine Reserve an Feuerwehreinheiten und insgesamt zehn Löschflugzeuge in verschiedenen EU-Staaten bereitgestellt werden, die im Notfall jederzeit abrufbar wären. Zwar werden die von den Waldbränden betroffenen Länder in Südeuropa auch jetzt schon von anderen EU-Staaten unterstützt, Deutschland und mehrere andere Länder schickten Löschflugzeuge und andere Hilfe ans Mittelmeer. Mit einer ständig abrufbereiten Eingreiftruppe ließe sich Hilfe aber schneller mobilisieren, erklärte Dimas' Sprecherin Barbara Helfferich.

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