Zapatero verspricht Unterstützung
Waldbrände in Spanien noch nicht unter Kontrolle

Auch eine Woche nach Ausbruch der Waldbrände in Galicien sind noch immer mehr als die Hälfte der Feuer außer Kontrolle. Die Einsatzkräfte konnten zwar bis Donnerstag die Zahl der Brandherde auf 111 verringern, doch davon breiteten sich 64 weiterhin unkontrolliert aus.

HB MADRID. Die Flammen erreichten am Mittwochabend auch die bisher verschont gebliebene Costa de la Muerte. In dem Ort Estorde stieß das Feuer wegen des starken Windes acht bis zehn Kilometer vor. Ein Campingplatz und mehrere Häuser wurden evakuiert. „Hier können wir mit Mitteln am Boden kaum etwas ausrichten“, sagte ein Polizist. „Wir müssen warten, bis die Hubschrauber und Flugzeuge kommen.“

Mehr als 5000 Einsatzkräfte, darunter viele Soldaten, versuchen seit Tagen am Boden und mit Löschflugzeugen, die Feuer unter Kontrolle zu bringen. Mehr als 10 000 Hektar Land sind ein Raub der Flammen geworden. Drei Menschen sind in den Feuern gestorben.

Die Mehrzahl der Brände ist nach Behördenangaben von Feuerteufeln gelegt worden. Bereits sechs Verdächtige wurden festgenommen. Der galicische Vizeregierungschef Anxo Quintana sprach von „Umwelt-Terroristen“, denen das Handwerk gelegt werde. Die Verantwortlichen würden hinter Schloss und Riegel landen, kündigte Quintana an.

Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hatte am Dienstag seine Ferien unterbrochen und war nach Galicien gereist. Er sagte der Region im Kampf gegen die Feuer die Unterstützung der spanischen Zentralregierung zu. Madrid will 1200 Soldaten nach Galicien schicken, die die Wälder überwachen sollen.

In den spanischen Medien werden angesichts des Ausmaßes der Brände bereits Parallelen zu der Umweltkatastrophe im Jahr 2002 gezogen, als vor der galicischen Küste der Öltanker „Prestige“ unterging und eine Ölpest weite Teile der fischreichen Küste verseuchte.

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