Zehntausende auf der Flucht
30 000 Häuser in Kalifornien vom Feuer bedroht

.Zehntausende Menschen haben sich am Montag vor der Feuersbrunst in Südkalifornien in Sicherheit gebracht. Dreizehn Menschen starben bisher in den verheerenden Flammen. Rund 1000 Häuser wurden ein Raub der Flammen, 30000 weitere waren vom Feure bedroht.

HB LOS ANGELES. „Wir rechnen mit weiteren Verlusten“, sagte Pat Boss von der Waldbehörde National Forest in San Bernardino der dpa. Zwei große Feuer haben in dem teilweise verkohlten Wald- und Wohngebiet östlich von Los Angeles bereits 360 Häuser zerstört. Nach Angaben der Feuereinsatzzentrale waren die Metropolen San Diego und Los Angeles am Montag von 10 schweren Feuern umzingelt.

Mindestens 13 Menschen sind seit Ausbruch der verheerenden Waldbrände am Wochenende ums Leben gekommen. 50 000 Menschen wurden teils mit Polizeigewalt zum Verlassen ihrer Häuser angewiesen und in Notunterkünften untergebracht. „Die Lage ist viel schlimmer als im Fernsehen berichtet wird“, schildert die Geschäftsbesitzerin Gene Leppard in Pine Valley der dpa. „Das Feuer ist schon ganz nah, aber keine Feuerwehr in Sicht“. Die Einwohner der kleinen Ortschaft rund 70 Kilometer östlich von San Diego sitzen seit Montag früh auf gepackten Koffern und warten auf den Evakuierungsbefehl.

Am Stadtrand von San Diego, wo bereits 160 Häuser abbrannten, sei die Lage „ziemlich katastrophal“, sagte Jan Shuttleworth von der Feuer- und Rettungszentrale. „Das Feuer ist noch kein bisschen eingedämmt.“ Die seit Tagen anhaltend starken heißen „Teufelswinde“ - wie die heftigen Wüstenwinde genannt werden - trieben die Flammen auch am Montag weiter.

Flugverkehr stark gestört



Der Bürgermeister von San Diego, Dick Murphy, forderte die Betriebe der Millionenstadt auf, die Mitarbeiter nach Hause zu schicken. Die Bürger sollten in der Nähe ihrer Häuser bleiben und Nachrichten verfolgen, um gegebenenfalls rasch fliehen zu können. Der noch amtierende Gouverneur Gray Davis ließ in vier Bezirken Südkaliforniens den Notstand ausrufen. Davis wollte am Montagnachmittag (Ortszeit) ein abgebranntes Wohngebiet bei San Diego besuchen. Sein designierter Nachfolger, Filmschauspieler Arnold Schwarzenegger, hatte einem Sprecher zufolge keine derartigen Pläne.

Der zukünftige Gouverneur Kaliforniens wurde am Dienstag in Washington erwartet, wo er unter anderem die Bundesregierung um finanzielle Unterstützung für die Folgen der Feuers bitten wollte. US-Präsident George W. Bush ließ durch seinen Sprecher mitteilen, dass er die Lage in Kalifornien genau mit verfolge und Bundeshilfe bereitstellen werde. Der Direktor der Behörde für Katastrophenschutz (FEMA) wurde am Montag in Südkalifornien erwartet.

Der Flugverkehr in Los Angeles und San Diego war stark gestört. Im ganzen Land kam es dadurch zu vielen Verspätungen. Nach Schließung eines Flug-Kontrollzentrums musste der Flugverkehr teilweise ganz eingestellt werden. Autobahnen und Straßen auf mehreren hundert Kilometern Länge blieben gesperrt. Hunderte Schulen in der rauchverhangenen Region blieben am Montag geschlossen.

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