Zeitungsbericht
Strauss-Kahn und Zimmermädchen einigen sich „im Stillen“

Dominique Strauss-Kahn und das Zimmermädchen sollen sich außergerichtlich geeinigt haben. Damit könnte das Zivilverfahren gegen den früheren IWF-Chef eingestellt werden. Noch sei der Vergleich aber nicht unterzeichnet.
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New York/ParisDer frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat sich einem Medienbericht zufolge außergerichtlich mit dem New Yorker Zimmermädchen geeinigt, das ihn wegen mutmaßlicher Vergewaltigung auf Schadensersatz verklagt hat. Strauss-Kahn und Nafissatou Diallo hätten sich "im Stillen" auf die Einstellung des Zivilverfahrens verständigt, berichtete die "New York Times" am Donnerstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Kreise. Die Einigung sei aber noch vorläufig, der Vergleich noch nicht unterzeichnet. Die Anwälte von Strauss-Kahn und Diallo sollen in der kommenden Woche vor einem New Yorker Gericht erscheinen.

Über die Einzelheiten der Einigung und die Höhe einer möglichen Zahlung von Strauss-Kahn an das Zimmermädchen wurde zunächst nichts bekannt. Diallo hatte eine Entschädigung in nicht genannter Höhe gefordert. Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte das Zimmermädchen im Gegenzug wegen Verleumdung auf Schadenersatz verklagt.

Strauss-Kahn war Mitte Mai 2011 am New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen worden, weil er in seinem Hotelzimmer am Times Square das Zimmermädchen überfallen und zum Oralsex gezwungen haben soll. Er war kurzfristig in Einzelhaft und anschließend unter Hausarrest.

Im Zuge der Affäre musste der einstige Hoffnungsträger der französischen Sozialisten von der IWF-Spitze weichen und seine Ambitionen auf das Präsidentenamt in Frankreich begraben. Dass es zu einem sexuellen Kontakt Strauss-Kahns mit dem Zimmermädchen im Sofitel im Herzen Manhattans gekommen war, gilt als erwiesen. Der 63-Jährige spricht jedoch von einvernehmlichem Sex.

Ende August 2011 stellte die US-Justiz die Strafverfolgung wegen Zweifeln an Diallos Glaubwürdigkeit ein. Die von der Hotelangestellten angestrengte Zivilklage gegen Strauss-Kahn blieb davon aber unberührt. Im vergangenen Mai hatte ein New Yorker Gericht grünes Licht für einen Zivilprozess gegen den Franzosen gegeben. Das Verfahren am Superior Court des Bronx County (US-Bundesstaat New York) machte seitdem aber keine Fortschritte und wurde im August auf unbestimmte Zeit verschoben.

 
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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