Zeuge belastet auch Nihoul: Dutroux-Prozess: Folterkeller professionell angelegt

Zeuge belastet auch Nihoul
Dutroux-Prozess: Folterkeller professionell angelegt

Der Kinderschänder Marc Dutroux hat seine Taten nach Einschätzung eines Untersuchungsrichters mit hoher krimineller Energie vorbereitet. Das Kinderversteck im Keller eines Dutroux-Hauses sei sehr gut getarnt gewesen, sagte Untersuchungsrichter Jean-Marc Connerotte im Zeugenstand des Schwurgerichts von Arlon am Donnerstag.

HB ARLON. „Das war wirklich von einer erschreckenden Professionalität“, meinte der Jurist, der im Sommer 1996 maßgeblich an der Befreiung von zwei entführten Mädchen beteiligt war. Connerotte betonte in seiner Zeugenaussage, dass nach Aussage beider überlebender Mädchen nur der Hauptangeklagte Dutroux sich an ihnen sexuell vergangen hat.

Der Untersuchungsrichter betonte zugleich eine zwielichtige Rolle des Mitangeklagten Michel Nihoul, der einem Helfer von Dutroux einen Tag nach der Entführung des letzten Opfers Laetitia Delhez 1 000 Ecstasy-Pillen übergeben habe. Zahlreiche Angaben Nihouls in seiner ersten Vernehmung hätten sich im Nachhinein als falsch, verdreht oder unvollständig erwiesen. Auf Dutroux' Spur waren Connerotte und seine Fahnder gekommen, weil ein Zeuge sich das Kennzeichen des Entführungsfahrzeugs gemerkt hatte und das Vorstrafenregister den Verdächtigen als einschlägig vorbestraften Kinderschänder auswies.

Am Mittwoch hatte der Vorsitzende Richter Stéphane Goux alle vier Angeklagten zur Sache vernommen. Dabei trug Dutroux völlig neue Versionen mehrerer Entführungsfälle vor und beschuldigte seine Mitangeklagten schwer. Den mehrfach wegen Betrugs verurteilten Brüsseler Geschäftsmann Michel Nihoul bezeichnete er als Chef eines Pädophilen-Netzwerks. Die Mitangeklagten wiesen die Beschuldigungen zurück und gaben andere Darstellungen des Geschehens.

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