Zivilprozess
Russische Airline verklagt Deutschland

Knapp vier Jahre nach der Flugzeugkollision über dem Bodensee beschäftigt sich von diesem Donnerstag an erstmals ein deutsches Gericht mit der Katastrophe.

HB KONSTANZ. In einem Zivilprozess vor dem Landgericht Konstanz will sich die Fluglinie „Bashkirian Airlines“ etwa 2,6 Millionen Euro Schadenersatz von Deutschland erstreiten. Bei dem Zusammenstoß eines Passagierflugzeuges der Gesellschaft mit einer Frachtmaschine waren am 1. Juli 2002 nahe Überlingen (Bodenseekreis) 71 Menschen gestorben.

Deutschland hatte die Schweizer Flugsicherung Skyguide mit der Überwachung des Luftraumes beauftragt. Skyguide wurde später in einem Untersuchungsbericht die Hauptverantwortung für den Unfall zugesprochen. Die Fluglinie der russischen Teilrepublik macht nun den Wert ihrer damals zerstörten Maschine geltend. Sie will sich durch den Prozess auch vor Schadenersatzansprüchen von Angehörigen der Opfer schützen. Die Bundesrepublik hat die Forderungen zurückgewiesen.

Die Zivilrichter wollen zu Beginn des Prozesses den Fall und die Rechtspositionen öffentlich erörtern. In einer so genannten Güteverhandlung sollen die Chancen einer Einigung ausgelotet werden. Unterdessen ermittelt die Konstanzer Staatsanwaltschaft weiter gegen sieben damalige Skyguide-Mitarbeiter wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Die Entscheidung über eine Anklage solle bis Mitte des Jahres fallen, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%