Zootiere und Kinderstatuen auf Neverland
Jackson-Jury sieht Neverland-Video

Während die Anwälte Michael Jacksons mit einem schnelleren Prozessende als erwartet rechnen, sah die Jury ein Video von Neverland, das allerlei Obskures präsentierte.

HB BERLIN. Michael Jackson kann sich möglicherweise auf ein schnelleres Prozessende einstellen als ursprünglich erwartet. Die Anwälte des Popstars hätten angedeutet, dass sie ihre Beweisführung im Missbrauchsprozess gegen den Star schon am kommenden Dienstag abschließen könnten, sagte Staatsanwalt Roy Zonen dem Gericht am Freitag. Jacksons Verteidiger haben dieser Äußerung nicht widersprochen.

Ursprünglich hatten die Anwälte des Stars erklärt, sie würden für ihre Beweisführung, die sie am 5. Mai begonnen hatten, sechs bis acht Wochen benötigen. Sie hatten vor Gericht eine Liste mit über 300 möglichen Zeugen eingereicht. Unter den Zeugen sind auch Stars wie die Schauspielerin Elizabeth Taylor und Talkmaster Jay Leno zu finden, dessen Aussage für den Dienstag erwartet wird.

Zuvor sah die Jury im kalifornischen Santa Maria einen Videofilm über Jacksons Neverland Ranch. Der Film bot idyllische Szenen aus dem Vergnügungspark des Popstars: Zu sehen waren gutgelaunte Mitarbeiter, Zootiere und Kinderstatuen.

Außerdem waren in dem Film auch zahlreiche Uhren zu sehen: Die Verteidiger Jacksons wollten damit offenbar eine Behauptung der Mutter des Jungen entkräften, der Jackson sexuellen Missbrauch vorwirft. Dessen Mutter hatte ausgesagt, dass sie auf Neverland jedes Zeitgefühl verloren habe.

Die Anwälte Jacksons hatten die Präsentation des Films gegen den Willen des Staatsanwalts Tom Sneddon durchgesetzt, der den Film als «Propaganda» bezeichnete. Sneddon kritisierte vor allem die Aufnahme einer Tafel, auf der in Kinderschrift die Worte «Ich liebe Dich Papa» zu lesen waren. Zudem sei der Film erst in diesem Jahr aufgenommen worden: Er zeige die Ranch in einem anderen Zustand als zu der Zeit, auf die sich die Vorwürfe beziehen, kritisierte er.

Dem 46-jährigen Sänger wird vorgeworfen, im Frühjahr 2003 einen 13-jährigen Jungen sexuell missbraucht zu haben.

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