Zürich
Mutmaßlicher Fluglotsen-Mörder vor Gericht

In Zürich hat der Prozess gegen einen russischen Ingenieur begonnen, der beim Flugzeugunglück von Überlingen seine Frau und seine Kinder verloren hatte und deswegen einen Fluglotsen der Schweizer Flugsicherung Skyguide ermordet haben soll.

HB ZÜRICH. Der 49-jährige Angeklagte aus der russischen Teilrepublik Nord- Ossetien hatte den Lotsen als Hauptverantwortlichen für das Unglück am Bodensee angesehen.

Der Lotse hatte in der Unglücksnacht Dienst. Eine russische Tupolew der Bashkirian Airlines mit 69 Menschen an Bord und eine DHL-Fracht-Boeing mit zwei Piloten waren in der Luft kollidiert und abgestürzt. Niemand überlebte. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (Braunschweig) hatte technische Mängel und menschliche Fehler bei Skyguide und in der Tupolew als Ursachen genannt.

Der mutmaßliche Täter, der wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt ist, soll den Fluglotsen im Februar 2002 vor dessen Haus in Zürich erstochen haben. Zuhörer und Medienvertreter durften den Verhandlungssaal im Obergericht des Kantons Zürich erst nach gründlichen Kontrollen betreten. Witali K. hat gestanden, dass er sein Opfer in dessen Haus aufgesucht hatte. An die Bluttat selbst kann er sich nach eigenen Angaben nicht erinnern. Die Verteidigung geht von einer Affekthandlung aus und will auf Totschlag plädieren.

In Moskau versammelten sich am Dienstag etwa 20 Menschen aus Solidarität mit dem angeklagten Bauingenieur vor der Schweizer Botschaft. Die Angehörigen der Opfer des Flugzeugabsturzes forderten einen Freispruch für ihren Landsmann.

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