Zug rast in Bahnhofshalle
Eine Tote bei Unfall in New Jersey

Im US-Bundesstaat New Jersey ist ein Zug in die Bahnhofshalle von Hoboken gerast. Dabei gab es mindestens eine Tote und mehr als 100 Verletzte. Der Bahnhof ist komplett verwüstet. Die Unfallursache ist noch unklar.

HobokenIm Großraum von New York ist ein voll besetzter Pendlerzug nahezu ungebremst in einen Sackbahnhof gerast. Dabei kam am Donnerstag eine Frau ums Leben, wie der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, sagte. 108 weitere Menschen wurden verletzt. Der Zug und der Bahnhof in der Stadt Hoboken wurden stark beschädigt. Hoboken liegt am Hudson River gegenüber von New York City.

Die Behörden wegen eines möglichen Versagens des Zugführers. Auch ein technischer Defekt komme in Betracht, sagte New Jerseys Gouverneur Chris Christie nach dem Unfall in Hoboken am Donnerstag. Der Zugführer sei verletzt worden, arbeite aber inzwischen mit den Ermittlern zusammen. Man wolle keine voreiligen Schlüsse ziehen.

Der Regionalzug hatte aus zunächst ungeklärten Gründen bei seiner Einfahrt in den Bahnhof nicht gehalten und war gegen einen Prellbock gerast. Der Betonpuffer wurde durch den Aufprall in die Höhe geschleudert und brachte das Glasdach über den Gleisen zum Einsturz, wie Michael Larson, ein Angestellter der Verkehrsbehörde von New Jersey, berichtete.

Es habe einen Knall gegeben, der sich wie die "Explosion einer Bombe" angehört habe, sagte Larson, der sich zum Zeitpunkt des Unglücks im Bahnhof befand, dem Fernsehsender CNN. Zu sehen war ein Gewirr aus geborstenem Beton, verbogenem Metall und herunterhängenden Kabeln. Menschen zogen Betonteile von blutenden Opfern weg, Passagiere zerbrachen Waggonfenster und kletterten aus dem Zug.

Christie sagte, bei dem Opfer handele es sich um eine Frau, die durch Trümmerteile auf dem Bahnsteig getötet worden sei. Die Mehrzahl der 108 Verletzten hätten sich im Zug befunden. 74 von ihnen seien im Krankenhaus.

Da der Zug kein automatisches Bremssystem hatte, werde „absolut“ untersucht, ob dies für das Unglück mitverantwortlich war, sagte Bella Dinh-Zarr von der Transportsicherheitsbehörde NTSB. Die Geschwindigkeitsbegrenzung im Gleisgelände des Bahnhofs liegt bei umgerechnet etwa 16 Kilometer pro Stunde, im Bereich der Bahnsteige etwa bei der Hälfte. Wie schnell der Zug zum Zeitpunkt des Aufpralls fuhr, blieb zunächst unklar.

„Es ist nur klar, dass der Zug mit hoher Geschwindigkeit in den Bahnhof eingefahren ist“, sagte Christie. Auch Augenzeugen berichteten, wie der Zug ungebremst in den historischen Bahnhof der 50.000-Einwohner-Stadt fuhr. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass es sich um „irgendetwas anderes als ein tragisches Unglück“ gehandelt haben könne, also etwa ein Verbrechen oder einen bewusst herbeigeführten Unfall.

Der Zug war nicht mit einer Technik ausgerüstet, die Schnellzüge automatisch abbremsen kann, wie es hieß. Die US-Eisenbahnen sollen entsprechende Systeme installieren, die Umsetzung verläuft aber langsamer als erwartet. Die Frist wurde mehrfach verschoben, mittlerweile ist der Termin dafür der 31. Dezember 2018.

Hoboken ist in Bezug auf die Passagierzahlen der fünftgrößte Bahnhof der Verkehrsgesellschaft NJ Transit. An Werktagen werden hier rund 15.000 Passagiere gezählt. Es ist die Endstation einiger Zuglinien und ein Umsteigebahnhof für viele Pendler, die nach New York City wollen.

2011 kam es in demselben Bahnhof bereits einmal zu einem schweren Unfall. Damals wurden 30 Menschen verletzt. Ein Pendlerzug war an einem Sonntagmorgen in die Puffer am Ende der Schienen gekracht.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%