Zugunglück nahe Bad Aibling
Regionalbahnen stoßen zusammen – neun Tote

Bei einem Zugunglück in Oberbayern sind mehrere Menschen ums Leben gekommen, rund 100 Fahrgäste wurden verletzt. Bei dem Unfall bei Bad Aibling waren zwei Nahverkehrszüge kollidiert. Bahnchef Grube ist bestürzt.

Bad AiblingBei dem Zugunglück im oberbayerischen Bad Aibling sind neun Menschen getötet worden. Das sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmann am Dienstag an der Unglücksstelle. Außerdem gebe es 63 Leichtverletzte sowie 18 schwerer Verletzte. Zwei Nahverkehrszüge waren auf eingleisiger Strecke kollidiert.

Über die Unglückursache gebe es noch keine Erkenntnisse. „Die Hilfeleistung steht an erster Stelle“, sagte der Sprecher. „Die Ursachenforschung beginnt parallel. Zur Unglücksursache können wir momentan noch gar nichts sagen.“ Zunächst hieß es, dass vor dem Unfall nahe Bad Aibling im Landkreis Rosenheim einer der Züge in der Nähe eines Klärwerks entgleist sein soll, mehrere Waggons seien umgestürzt.

Betroffen sind zwei sogenannte Meridian-Züge des Betreibers Transdev. Sie verkehrten auf der sogenannten Mangfalltalbahn. Transdev richtete unter der Nummer 0395 - 43084390 eine zentrale Hotline für Angehörige ein. Dem Unternehmen zufolge verkeilten sich die Fahrzeuge bei dem Zusammenprall ineinander.

Die Bayerischen Oberlandbahn (BOB) betreibt die Züge auf der Unfallstrecke. Das Unternehmen gehört zum französischen Eisenbahnunternehmen Transdev. Die Transdev GmbH ist in Deutschland mit mehr als 5000 Mitarbeitern und einem Umsatz von knapp 850 Millionen Euro einer der größten privater Nahverkehrsanbieter im lokalen Bahn- und Busbereich.

Regionalbahnen werden seit vielen Jahren von den Ländern ausgeschrieben. Die Deutsche Bahn hat dadurch inzwischen fast 30 Prozent der Nahverkehrsleistung auf der Schiene an private Konkurrenten verloren. Der Mutterkonzern Transdev ist mit 83.000 Mitarbeitern in 20 Ländern tätig. Zu den Anteilseignern gehören die staatliche Bank Caisse des Dépôts sowie Veolia Environnement.

„Der Unfall ist ein Riesenschock für uns. Wir tun alles, um den Reisenden, Angehörigen und Mitarbeitern zu helfen“, sagte Bernd Rosenbusch, der Geschäftsführer der BOB. Bahnchef Rüdiger Grube versprach die ermittelnden Behörden bei der Aufklärung der Unfallursachen in vollem Umfang zu unterstützen.

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