Zugunglück von Bad Aibling
„Es wird keine elfte Leiche geben“

Die Ursache für das Zugunglück in Bad Aibling war womöglich „menschliches Versagen“. Ein Bahnbediensteter soll eine „verhängnisvolle Fehlentscheidung“ getroffen haben. In den Zügen befinden sich nun keine Todesopfer mehr.

Bad AiblingNach dem schweren Zugunglück in Oberbayern mit zehn Todesopfern rechnet die Polizei nicht mit weiteren Todesopfern. „Es wird niemand mehr vermisst“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd am Mittwochmorgen. Nachdem alle Personalien abgeglichen worden seien, dürfte sich kein Opfer mehr in den beiden Zügen befinden. „Es wird keine elfte Leiche geben.“ Der Sprecher war zudem zuversichtlich, dass alle Verletzten überleben werden. „Wir dürfen optimistisch sein.“

Die Suche nach der Unfallursache ist dagegen noch nicht beendet. Nach ersten Ermittlungen könnte „menschliches Versagen“ der Grund für den Frontal-Zusammenstoß zweier Regionalbahnen sein. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagabend aus zuverlässiger Quelle. Wer genau für das Unglück verantwortlich zu machen ist, war zunächst nicht bekannt. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet.

Der Grund für das Unglück sei offenbar eine „verhängnisvolle Fehlentscheidung“ eines Bahnmitarbeiters, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland, dem mehr als 30 Tageszeitungen angehören, am Dienstagabend unter Berufung auf Ermittlerkreise. Bei dem Zugunglück waren mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen und 80 verletzt worden.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern. Die Ermittlungen würden noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Spezialisten hätten mit ihrer Ermittlungsarbeit gerade erst begonnen, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Dem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland zufolge soll der Bahnbedienstete das automatische Signalsystem ausnahmsweise außer Kraft gesetzt haben, um einen verspäteten Triebwagen noch „quasi von Hand durchzuwinken“. Der entgegenkommende Zug habe ebenfalls grünes Licht bekommen.

Zwei mit etwa 150 Passagieren besetzte Regionalzüge waren am Morgen bei Bad Aibling auf eingleisiger Strecke aus noch ungeklärter Ursache frontal zusammengeprallt und hatten sich ineinander verkeilt. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zufolge waren die Züge anscheinend mit „sehr hoher Geschwindigkeit“ unterwegs, als sie auf der Strecke in einer langgezogenen Kurve kollidierten. Laut Dobrindt war die Bahnstrecke mit einem Sicherheitssystem ausgestattet, das einen unberechtigt auf ihr fahrenden Zug per Zwangsbremsung automatisch stoppen soll.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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