Zugunglück von Bad Aibling Fahrdienstleiter mit Rettungsversuch gescheitert

Ermittler haben nach dem Zugunglück in Bayern die dritte Blackbox bergen können. Hinweise auf die Missachtung eines Signals gibt es nicht. Einem unbestätigten Bericht zufolge soll es allerdings Notrufe gegeben haben.
Update: 12.02.2016 - 14:26 Uhr
Einsatzkräfte konnte die dritte Blackbox sichern. Quelle: dpa
Geborgene Teile

Einsatzkräfte konnte die dritte Blackbox sichern.

(Foto: dpa)

Bad AiblingBei den voranschreitenden Aufräumarbeiten nach dem Zugunglück in Bad Aibling ist auch die letzte noch vermisste Blackbox gefunden worden. Dieser Fahrtenschreiber zeichnet relevante Informationen während der Fahrt auf und soll dazu beitragen, die Ursache für das Zugunglück mit bislang elf Toten herauszufinden. Die Zahl der Opfer könnte allerdings noch steigen: „Es ist leider so, dass einige in einem kritischen Zustand sind“, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag.

Experten haben bislang zwei der drei Fahrtenschreiber aus den Zugwracks vollständig ausgelesen. „Es konnten keine Hinweise auf Missachtung von Signalen festgestellt werden“, berichtete ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums mit Blick auf die Datenspeicherkassette desjenigen Zuges, der von Rosenheim nach Holzkirchen unterwegs war. Der eine der beiden Fahrtenschreiber des Gegenzuges sei ebenfalls bereits ausgewertet worden. „Daraus können keine Erkenntnisse auf die Handlungen des Triebfahrzeugführers gewonnen werden.“

Die Auswertung der dritten, erst am Freitag geborgenen Blackbox werde derzeit versucht - die Blackbox sei allerdings beschädigt. Dass es in einem Zug zwei Fahrtschreiber gegeben habe, liege daran, dass in dem Fall ein zweiteiliger Zug unterwegs gewesen sei.

Als nächstes würden nun die Zugfunkgespräche ausgewertet und mit dem Fahrtverlauf abgeglichen, erläuterte der Sprecher. Zudem würden die im Stellwerk registrierten und dokumentierten Bedienhandlungen mit den Aufzeichnungen der Datenspeicherkassette abgeglichen und dortige Abläufe untersucht.

Von anderer Seite könnten erste Ermittlungsergebnisse vorliegen. Der diensthabende Fahrdienstleiter im Stellwerk von Bad Aibling hat nach Informationen des Magazins „Der Spiegel“ versucht, die aufeinander zurasenden Züge per Notruf noch zu stoppen. Er habe kurz hintereinander über Sprechfunk zwei Notrufe abgesetzt und dafür ein spezielles Mobilfunknetz der Bahn mit einer Notruffunktion genutzt. Eine Polizeisprecherin sagte auf Anfrage, dazu lägen ihr keine Informationen vor.

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