Zukunft des Limburger Bischofs unklar
Papst suspendiert Tebartz-van Elst

Der umstrittene Limburger Bischof muss seine Ämter vorerst ruhen lassen. Tebartz-van Elst soll eine Zeit außerhalb der Diözese verbringen, hieß es im Vatikan. Das Bistum Regensburg bot bereits Zuflucht an.
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Rom/TrierDer Vatikan hat dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst vorerst die Führung der Amtsgeschäfte entzogen. Tebartz-van Elst werde bis zum Abschluss der Überprüfung der Vorwürfe gegen ihn „eine Zeit außerhalb der Diözese“ verbringen, teilte der Vatikan am Mittwoch mit.

In der täglichen Pressemitteilung des Heiligen Stuhls hieß es, der Bischof könne seinen Dienst „zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausüben“. Eine Kommission soll nun eingehend die Vorwürfe „im Hinblick auf den Bau des Bischofssitzes“ prüfen. In dieser Zeit soll der bisherige Stadtdekan Wolfgang Rösch den umstrittenen Amtsträger vertreten.

Rösch war bisher Stadtdekan, wird aber nun laut Vatikan mit sofortiger Wirkung zum Generalvikar ernannt. Eigentlich sollte Rösch dieses Amt erst ab kommendem Jahr ausüben. Ein Generalvikar ist der Vertreter des Diözesanbischofs im Bereich der allgemeinen Verwaltung. Das Bistum Limburg hat für 15.30 Uhr eine Pressekonferenz angekündigt.

Der Bischof Tebartz-van Elst steht seit Wochen wegen der Baukosten in Höhe von mindestens 31 Millionen Euro für seinen Bischofssitz sowie eines beantragten Strafbefehls wegen Falschaussage in der Kritik. Die Staatsanwaltschaft Limburg prüft derzeit, ob sie nach Untreue-Anzeigen gegen den Oberhirten ein Ermittlungsverfahren einleiten wird.

Das Bistum Regensburg hat Tebartz-van Elst nun Zuflucht angeboten. „Wenn der Bischof seine Auszeit im Bistum Regensburg verbringen will, ist er mit Sicherheit herzlich eingeladen“, sagte ein Sprecher der Diözese am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk (BR). Bereits vor seiner Reise nach Rom war der umstrittene Kirchenmann in die Diözese gekommen und hatte den Vorsitzenden des Landeskomitees der Katholiken, Albert Schmid, besucht. Schmid hatte Tebartz-van Elst in den vergangenen Wochen immer wieder verteidigt und dabei Konflikte mit anderen Laienvertretern riskiert.

Kommentare zu " Zukunft des Limburger Bischofs unklar: Papst suspendiert Tebartz-van Elst"

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  • Das ist ihnen unbenommen aber nicht mein Problem.

  • @Messer
    Sehen Sie: schon wieder! Sie schieben mich in eine Schublade, ohne mich zu kennen. Mit einem so ungehobelten und intoleranten Menschen zu diskutieren, ist leider nicht moeglich. [...]
    Ein intelligenter und toleranter Mensch sollte wissen, dass die Frage ob man religioes oder atheistisch ist, rein gar nichts mit dem IQ zu tun hat.
    Aber vielleicht ist ja der enge Horizont, den Sie hier staendig anderen Diskutanten (manchmal zu recht, manchmal zu unrecht) in unglaublich unhoeflicher und arroganter Manier vorwerfen, ja auch Ihr eigener.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • @Messer
    Mir scheint, Sie sind einer von denen, die sich fuer besonders aufgeklaert, gebildet und tolerant halten; die aber nicht den Kern und das Wesen von Aufklaerung, Bildung und Toleranz begriffen haben. Vielleicht tue ich Ihnen ja auch Unrecht, aber wenn ich mir Ihre Kommentare hier und heute (aber auch in anderen Diskussionen in der Vergangenheit) vergegenwaertige, dann draengt sich mir der Eindruck eines intoleranten und aggressiven Menschen auf.

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