Zum Sterben zurück auf den Kiez
„König von St. Pauli“ ist tot

Willi Bartels, der ungekrönte „König von St. Pauli“, ist tot. Der Hamburger Immobilien-Unternehmer starb am Montag im Alter von 92 Jahren. Er hatte sich bundesweit einen Namen gemacht, als er 1967 mit dem Eros-Center auf der Reeperbahn in St. Pauli das damals modernste Bordell Europas baute.

HB Hamburg. Bartels sei am Morgen ins Krankenhaus gebracht worden, weil er sich nicht wohl fühlte, und dort am Vormittag „friedlich eingeschlafen“, ließ die Familie mitteilen.

Das letzte große Projekt des in Bad Harzburg geborenen Bartels war die Bebauung des ehemaligen Bavaria-Brauereigeländes in St. Pauli mit einem Hotel, Büros und Wohnungen. Er selbst zog im Dezember 2006 aus dem noblen Blankenese zurück auf den Kiez. „Ich bin auf St. Pauli groß geworden und möchte hier meinen Lebensabend verbringen“, sagte Bartels damals einer Zeitung.

Der gelernte Schlachter machte im Jahr 1929 in dem von seinem Vater gekauften Nachtlokal „Jungmühle“ an der Großen Freiheit erste Bekanntschaft mit dem Immobilien- und Vergnügungsgeschäft. 1937 wurde er Geschäftsführer im „Tanzpalast“, hielt sich aus Rotlichtgeschäften aber raus und machte nach dem Krieg sein Vermögen mit Immobilen. „Sparsamkeit, Fleiß, Disziplin und die Familie“, sagte Bartels, seien die Grundlage des Erfolgs.

Corny Littmann, Chef des Schmidt Theater und Präsident des FC St. Pauli, würdigte Bartels als große Persönlichkeit: „Willy Bartels war aus jenem Holz geschnitzt, wo ein einmal gegebenes Wort galt, der ein Herz für Menschen hatte, die in Not geraten waren und auch uns in manch schweren Zeiten immer helfend zur Seite stand.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%