Zunahme antisemitischer Straftaten in Frankreich
Jüdischer Schüler in Frankreich schwer verletzt

Ein junger Jude ist bei Paris von einem Unbekannten angegriffen worden. Der Täter habe ihm ein Messer in die Brust gerammt, hieß es. Der Jugendliche liegt nun auf der Intensivstation.

HB BERLIN. In Frankreich ist ein jüdischer Jugendlicher mit einem Messer angegriffen worden. Er wurde schwer verletzt. Er sei am Freitag gerade aus einer jüdischen Schule bei Paris gekommen, als ein Mann sich auf ihn stürzte, berichteten Augenzeugen. Der Täter habe laut «Allah ist groß» gerufen und dem jungen Mann ein Messer in die Brust gerammt. Der Jugendliche wurde in die Intensivstation eingeliefert, wie die Präfektur von Seine-Saint Denis mitteilte. Der Angreifer konnte entkommen.

Innenminister Dominique de Villepin kam umgehend zum Tatort. Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin verurteilte den Angriff. Er teile «die gerechtfertigte Empörung der Juden Frankreichs über diesen barbarischen Akt», teilte Raffarin in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Er appellierte an alle Franzosen, gegen Antisemitismus und Intoleranz vorzugehen. Raffarin will den jüdischen Verletzten im Krankenhaus besuchen, sobald dessen Gesundheitszustand es erlaubt.

Der Rat der jüdischen Institutionen (CRIF) sprach von einem «Mordversuch» und forderte die Behörden auf, den Täter so schnell wie möglich zu fassen. Immer wieder habe der Rat darauf hingewiesen, dass der Antisemitismus in Frankreich zunehme, hieß es in der Erklärung.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden in Frankreich in den ersten drei Monaten des Jahres 2004 67 antisemitische Straftaten verübt - ein Anstieg um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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