Zur Einschläferung verurteilt
So will das Netz den Ebola-Hund retten

In einer spanischen Klinik kämpft eine Patientin mit dem tödlichen Ebola-Virus. Im Internet bekunden Tausende Sympathie und Mitgefühl – mit dem Hund der Patientin. Denn der soll vorsichtshalber eingeschläfert werden.
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MadridDie weit über 3000 afrikanischen Ebola-Todesopfer sind in Europa zur Kenntnis genommen worden. Doch die geplante Einschläferung eines Haustieres sorgt nun erstmals für hunderttausendfache Empörung. Aus Angst vor einer Verbreitung des Virus soll auch Excalibur, der Hund der infizierten spanischen Krankenschwester, eingeschläfert werden.

Die Madrider Regionalregierung verwies auf wissenschaftliche Untersuchungen, die ein Übertragungsrisiko zwischen Hund und Menschen nicht ausschlössen. Der unter Quarantäne stehende Ehemann der Patientin forderte nun, der Hund solle leben gelassen werden. „Er ist allein in der Wohnung, hat Nahrung und Wasser. Da kann er niemanden anstecken“, sagte der Ehemann der Zeitung „El País“. Er erhielt prompt die Unterstützung von Tierschutzorganisationen und einer emotionalen Twitter-Gemeinde.

Unter dem Hashtag #salvemosaexcalibur („Lasst uns Excalibur retten“) melden sich Hundeliebhaber aus aller Welt zu Wort. Bei einer Online-Petition haben bereits Tausende gegen die Einschläferung protestiert.

Die Behörden hatten angeordnet, die Wohnung des Ehepaares in der Madrider Vorstadt Alcorcón zu desinfizieren und das Tier zu töten. Der Kadaver soll nach der Einschläferung verbrannt werden.

„Wir dürfen kein Risiko eingehen“, sagte der Präsident der Madrider Veterinärvereinigung, Felipe Vilas, der Zeitung „El País“. „Es ist logisch, das Tier zu eliminieren.“ Ein Madrider Gericht stellte am Mittwoch den Behörden die Erlaubnis aus, die Wohnung zu betreten und den Hund einzuschläfern. Ein Expertenteam war am Mittwochvormittag bereits auf dem Weg zu dem Haus.

Aktivisten weisen allerdings darauf hin, dass das Ebola-Virus vornehmlich von Affen und Fledermäusen übertragen werde. Menschliche Infektionen seien bisher noch nicht in Verbindung mit Hunden gebracht worden. Weil sich Mediziner aber offenbar nicht sicher sind, ob eine Übertragung theoretisch möglich wäre, wollen die Madrider Behörden den Hund vorsichtshalber einschläfern lassen. Experten erinnern daran, dass die Gefahr einer Ebola-Infektion bei Hunden bisher kaum erforscht sei.

„Warum einen Unschuldigen töten?“, fragen Twitter-User dennoch und fordern, den Hund lediglich unter Quarantäne zu stellen. Einige Nutzer laden auch Fotos ihrer Hunde ins Internet, die sie vor einem Schild mit einer Solidaritätsbotschaft für Excalibur positioniert haben.

Die Ebola-Infizierte leidet derweil unter Fieber, befindet sich aber in einem relativ stabilen Zustand. Sie war Teil eines Spezialteams, das einen an Ebola erkrankten spanischen Missionar aus Sierra Leone gepflegt hatte, der vergangenen Monat an der Krankheit starb.

Auch an der Betreuung eines in Liberia erkrankten und ebenfalls verstorbenen Priesters war sie beteiligt. Am Montag wurde bei ihr Ebola diagnostiziert, mehr als 50 Menschen stehen seitdem unter Beobachtung. Ebola-Tests bei einer weiteren Krankenschwester in Quarantäne fielen negativ aus. Ein Mann, der nach Nigeria gereist war, musste dagegen in Isolation bleiben.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
Christoph Henrichs
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zur Einschläferung verurteilt: So will das Netz den Ebola-Hund retten"

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  • Der Mensch steht vor dem Tier...

    habe selber einen Hund dass für mich ist wie ein Kind.

    ABER würde man feststellen dass mein Hund eine Gefahr für mein eigenes Leben oder das Leben anderer wäre...

    so muss man mit schwerem Herzen abschied von seinem Tier nehmen.

    ALLERDINGS IST ES SKANDALÖS...

    wenn man aus eine Regierungsteil die Einschläferung für ein Tier erteilt bekommt...OHNE DAS TIER DARAUF UNTERSUCHT ZU HABEN.

    Bewiesen ist es dass etwa Makaken ( Kleinere Affen )

    etwa sich infizieren ohne einen Kontakt zu einander gehabt zu haben... ALSO DOCH PER LUFT ÜBERTRAGUNG...

    und man auch im Internet nachlesen kann dass :

    ETWA FEUCHTES GEBIET mit HITZE scheinbar doch eine Aerosonale Ansteckung möglich ist...

    WÄHREND WIR 500 MILLIONEN EU-BÜRGER IN UNSEREN TV-SENDER ERKLÄREN LASSEN MÜSSEN DASS ES EINE ANSTECKUNGSGEFAHR DURCH DIE LUFT ENTSTEHEN KÖNNTE ???

    Bei Ansteckungen durch die Luft...

    und dessen Nachweis...

    IST ES EIN FALL FÜR DAS " EUGH " ...

    MIT SCHADENSWIEDERGUTMACHUNGSSUMMEN...

    dass diese EU nicht zu bezahlen meistern würde...

    da man einen Menschenleben nicht mit Geld gegen mäßen kann.

    SKANDALÖS IN DIESER " EU " IST DIE MANGELHAFTE AUFKLÄRUNG DES TATSÄCHLICHEN RISIKOS HÖHE...

    und das damit verbundene Gleichgültigkeit gegenüber eventuell damit sterbende Menschen die nicht nur EU-Bürger sein müssen um Human Aufgeklärt und Behandelt zu werden.

    Diese " EU " ENTZIEHT SICH WIEDER EINMAL DESSEN AUFKLÄRUNGSPFLICHTEN...GEGENÜBER SEINE 500 MILLIONEN EU-BÜRGER.

    Nicht nur dass Freihandelsabkommen hinter verschlossene Türen ...VERSTECKT VOR DEN WÄHLER DASS DIESER EU ERNEUT GEWÄHLT HABEN...sondern jetzt wird man auch nicht einmal richtig Aufgeklärt wenn es um einen " DEN TOD BRINGENDEN VIRUS " sich handelt ???

    Man frage sich immer mehr :

    " EU was machst DU...und Dir Vertrauen...WOZU ? "

    Im Internet werden die Menschen Besser aufgeklärt als auf Staatswege ???

    Sind diese die Demokratische Werte dieser " EU " ???

  • Spanische Regierung will Hund einschläfern
    -----------
    Aus Angst vor einer Verbreitung des Virus soll auch Excalibur, der Hund der infizierten spanischen Krankenschwester, eingeschläfert werden.

    Wird jetzt auch die Krankenschwester und ihr Ehemann eingeschläfert?
    Und auch als Präventionsmaßnahme die anderen Kontaktpersonen?
    Nur so kann eine mögliche Verbreitung der Seuche verhindert werden.
    Die Patientin war vorher noch in Urlaub gefahren. Wie viele hat sie dabei infiziert? Werden diese jetzt auch alle "eingeschläfert"?

    /Zynismus off//

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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