Zustand des Magiers weiter kritisch
Roy steht vor erneuter Operation

Dem Magier und Dompteur Roy Horn (59) wurde ein Viertel seiner Schädeldecke in einer Notoperation entfernt. Das Knochenstück muss später In einer weiteren Operation wieder in den Schädel zurückversetzt werden. Der Zustand des Magiers wird weiterhin als kritisch aber stabil bezeichnet.

HB LAS VEGAS. Nach der Attacke durch seinen Tiger Montecore vor zwei Wochen mussten die Ärzte Roy Horn jetzt ein Viertel seiner Schädeldecke wieder einsetzen. Das Stück war bei einer Notoperation unmittelbar nach dem Unfall wegen der starken Schwellung des Gehirns entfernt worden, berichtete der Fernsehsender CBS am Freitag unter Bezug auf den Neurochirurgen Lonnie Hammargren.

Der entfernte Schädelknochen sei Horn unter seine Bauchhaut gepflanzt worden, bis die Schwellung des Gehirns zurückgegangen sei, sagte Hammargren. Später könne er zurückversetzt werden.

Hammargren hatte der Zeitung „Las Vegas Review Journal“ am Donnerstag mitgeteilt, dass der Magier nach dem Angriff des Tigers „einen ziemlich massiven Schlaganfall“ erlitten hatte. Inzwischen meldete sich ein Sprecher des Hotel-Casinos MGM Mirage zu Wort, in dem die Show von Siegfried & Roy seit Jahrzehnten Tausende von Besuchern unterhalten hatte und in dem sich auch der Unfall am 3. Oktober ereignete. Nach seinen Angaben gehört Hammargren nicht zum Ärzteteam des verletzten Magiers und hatte darum auch keine Berechtigung, über dessen Zustand und die geplante Operationen zu sprechen.

„Wir alle hier im Hotel sind zutiefst erschüttert und schockiert, dass Dr. Hammargren in der Öffentlichkeit über Roys Pflege spekuliert hat“, sagte er. Damit habe der Mediziner das Recht des berühmten Patienten auf Privatsphäre verletzt und amerikanischen Bundesgesetzen zuwider gehandelt.

Horn befindet sich knapp zwei Wochen nach der schweren Bissverletzung durch den weißen Tiger Montecore in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Roy wäre tot, wenn Dr. Derek Duke das Schädelstück nicht entfernt hätte, sagte Hammargren. Er habe sich mit dem zuständigen Arzt (Duke) ausführlich über die Behandlung Horns unterhalten.

Nur um Fehlinformationen der Medien zu korrigieren, habe er sich an die Öffentlichkeit gewandt, verteidigte sich Hammargren inzwischen. Es stimme nicht, dass Horns Chirurgen die als Hemicraniectomie bekannte Operation vorgenommen hätten, bei der die Hälfte der Schädeldecke entfernt wird. Vielmehr sei die weitaus üblichere decompressive Craniectomie bei Roy gewählt worden, die lediglich ein Viertel der Schädeldecke betrifft.

Roy habe eine Lähmung in der linken Körperhälfte. Dies könnte ein vorübergehender Zustand sein, sagte Hammargren. Eine längerfristige Prognose sei derzeit aber nicht möglich. „Glücklicherweise ist nicht die Seite betroffen, mit der er spricht, denkt und sich erinnert. Er kann Sachen verstehen und Dinge machen.“

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