Zwei Jahre nach dem Unglück: Angehörige gedenken „Costa Concordia“-Opfern

Zwei Jahre nach dem Unglück
Angehörige gedenken „Costa Concordia“-Opfern

Zwei Jahre nach dem Unglück haben etliche Menschen den Opfern der „Costa Concordia“-Havarie gedacht. Während auf der Insel Giglio eine Schweigeminute eingelegt wurde, betonte der Kapitän seine Nähe zu den Opfern.
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Giglio/GrossetoZwei Jahre nach der Havarie der „Costa Concordia“ haben Angehörige und Überlebende des Unglücks mit einer Messe und einer Schweigeminute der 32 Opfer gedacht. An der Messe auf der Mittelmeerinsel Giglio, die Schauplatz der Havarie war, nahmen am Montag auch Anwohner teil. Bischof Guglielmo Borghetti leitete die Messe in der Chiesa dei Santi Lorenzo e Mamiliano, in der während der Unglücksnacht zahlreiche Schiffbrüchige Zuflucht gefunden hatten. Danach wollten die Insulaner die Opfer mit einem Kranz ehren, der ins Meer geworfen werden sollte.

In Grosseto war zwar am zweiten Jahrestag des Unglücks ein weiterer Verfahrenstermin mit Zeugenaussagen angesetzt. Er wurde jedoch wegen eines erneuten mehrtägigen Anwaltsstreiks auf den 27. Januar vertagt, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Etwa 30 überlebende Passagiere und ihre Anwälte zogen am Morgen für eine Schweigeminute gemeinsam mit Richtern und Anwälten in den Gerichtssaal ein, in dem sich sonst der Unglückskapitän Francesco Schettino wegen der Havarie vom 13. Januar 2012 verantworten muss.

Zuvor hatte Schettino in Grosseto von tiefster Trauer und einem unauslöschbaren Schmerz gesprochen. „Ich wiederhole, dass ich den Angehörigen der Opfer nahe bin“, sagte der Süditaliener, der als einziger wegen des Schiffbruchs auf der Anklagebank sitzt. Kapitän Schettino muss sich wegen Totschlags verantworten, beharrt aber auf seiner Unschuld. Er soll das Schiff zunächst vom Kurs abgebracht haben, um näher an die Insel heranfahren zu können. Als es dort auf Grund lief, soll er viel zu spät die Bergung der Passagiere angeordnet haben. Viele Rettungsboote konnten nicht mehr herabgelassen werden. Zudem wird Schettino vorgeworfen, das Schiff verlassen zu haben, als sich noch Passagiere an Bord befanden.

Eine Fackel-Prozession zum Hafen von Giglio sollte zum Zeitpunkt des Aufpralls um 21.45 Uhr an das Drama vor zwei Jahren erinnern, Kirchengeläut und Schiffssirenen ein stilles Gebet begleiten. Das Kreuzfahrtschiff mit 4200 Passagieren an Bord rammte vor der Insel einen Felsen und havarierte.

Eineinhalb Jahre lang mussten die Bewohner der kleinen Insel vor der Küste der Toskana auf das Schiffswrack schauen. Im vergangenen September wurde die „Costa Concordia“ in einer spektakulären Aktion dann aufgerichtet. Im Juni soll das Wrack von der Unglücksstelle abtransportiert und in einem noch nicht benannten Hafen auseinandergebaut werden. Die Kosten der Bergungsarbeiten gaben die italienischen Behörden mit rund 600 Millionen Euro an.

„In diesen zwei Jahren hatten wir uns auf eine Art schon fast (an diesen Anblick) gewöhnt, doch jetzt wird dieses Wrack ja bald weggeschafft“, sagte Inselbewohner Guiseppe Modeste. Fünf italienische sowie andere Häfen aus Frankreich, China und der Türkei wetteifern um den Auftrag, das Kreuzfahrtschiff zu zerlegen und verschrotten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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