Zwei Männer von Zügen überrollt: Gewalt und Unfälle beim Karnevalsauftakt

Zwei Männer von Zügen überrollt
Gewalt und Unfälle beim Karnevalsauftakt

Der Auftakt des Straßenkarnevals im Rheinland war in diesem Jahr von Gewalttaten und zwei tödlichen Unfällen begleitet. „Viel zu tun“ und „kein Zuckerschlecken“ waren typische Reaktionen aus Polizei-Leitstellen.

HB KÖLN/DÜSSELDORF/FREIBURG. Die Nacht des „Schmotzigen Dunschdig“ der schwäbisch-alemannischen Fastnacht blieb nach gewalttätigen Auseinandersetzungen in den Vorjahren vergleichsweise friedlich. Dennoch sorgten viele betrunkene Narren für Probleme.

Ein besonders brutaler Überfall ereignete sich am Weiberfastnachtsabend in Köln: Vor den Augen seiner vier Kinder im Alter zwischen sieben und elf Jahren wurde ein 43 Jahre alter Familienvater zusammengeschlagen und beraubt. „Im Koma und mit schwersten Schädel- und Hirnverletzungen kämpft der 43-Jährige derzeit auf der Intensivstation eines Kölner Krankenhauses um sein Leben“, berichtete die Polizei am Freitag. Die Täter flüchteten mit 50 Euro. Am Freitagabend nahm die Polizei nach einem anonymen Hinweis vier junge Männer im Alter von 18 und 19 Jahren fest. Der Vater war mit seinen Kindern auf dem Rückweg von einer Karnevalsfeier, als er von den vier Jugendlichen angegriffen wurde.

Allein die Kölner Polizei meldete für Weiberfastnacht 1147 Einsätze im Vergleich zu 978 im Vorjahr. Die Zahl der Körperverletzungen vervierfachte sich auf 160. In Düsseldorf wurde die Polizei an Weiberfastnacht 89 Mal wegen Körperverletzungen, Randale oder Schlägereien gerufen - im vergangenen Jahr waren es 75 Fälle. Insgesamt verzeichnete die Düsseldorfer Polizei 184 Einsätze - etwa so viele wie im Vorjahr, sagte Einsatzleiter Rainer Kühn am Freitag.

Am Donnerstagabend wurde ein 52-jähriger Mann in der Düsseldorfer Innenstadt von einer Straßenbahn überfahren. Er starb wenig später im Krankenhaus. Zuvor war ein 19-Jähriger aus Solingen unter eine S-Bahn geraten und getötet worden.

In Bonn gingen bis zum Morgen rund 900 Notrufe ein. „Das waren doppelt so viel Einsätze wie an einem normalen Donnerstag“, sagte ein Polizist. Ein 21-Jähriger wurde schwer verletzt, als eine etwa 17- jährige Frau mit einem Messer auf ihn einstach. Ein stark betrunkener 18-Jähriger peitschte einen 22-Jährigen mit einem Gürtel und verletzte ihn dadurch am Kopf.

In Aachen wurde ein elfjähriger Junge mit einer Alkoholkonzentration von zwei Promille im Blut in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der Polizei sagte der Vater, der Junge habe an einer Kindersitzung teilgenommen und vermutlich von Jugendlichen alkoholische Getränke erhalten. Die Polizei leitete ein Strafverfahren gegen unbekannt wegen gefährlicher Körperverletzung ein.

Auch in Baden-Württemberg sorgten viele betrunkene Narren für Probleme. Landesweit habe es in der Nacht zum Freitag zahlreiche Schlägereien und Sachbeschädigungen gegeben. Mehrere Narren wurden festgenommen. In Waldkirch verzeichnete die Polizei Auseinandersetzungen mit mehreren Verletzten. 15 Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht, sagte ein Sprecher des Rettungsdienstes. Die Stimmung sei aggressiv gewesen. In Villingen-Schwenningen wurden vier Polizisten leicht verletzt, als sie einen Streit zwischen zwei jungen Männern schlichten wollten. In Furtwangen berichtete die Polizei von tumultartigen Szenen, als mehrere betrunkene Narren aneinander gerieten.

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