Zwei tote Berichterstatter in Mali
„Abscheuliches Verbrechen“ an französischen Journalisten

Nahe einem Stützpunkt französischer Soldaten sind zwei Journalisten des internationalen Rundfunksenders RFI getötet worden. Die französischen Truppen konnten die Täter nicht ergreifen.
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ParisZwei französische Hörfunkjournalisten sind im Norden des afrikanischen Staates Mali entführt und wenig später getötet worden. Ihre Leichen seien am Samstag in der Nähe der Stadt Kidal von einer französischen Armeepatrouille gefunden worden, sagte ein Sprecher der Streitkräfte. Wer für die Tat verantwortlich ist, war zunächst unklar. Der französische Präsident Francois Hollande sprach von einem abscheulichen Verbrechen.

Bei den Opfern handelt es sich um eine 51-jährige Frau und einen 58-jährigen Mann, wie die französische Regierung mitteilte. Die beiden Journalisten arbeiteten für Radio France Internationale (RFI) und wurden nach einem Interview mit einem Vertreter der Tuarag-Rebellengruppe MNLA entführt. Malischen Sicherheitskreisen zufolge wurden sie etwa zwölf Kilometer von Kidal entfernt getötet. In der Stadt sind etwa 200 französische Soldaten stationiert. Außenminister Laurent Fabius sagte am Sonntag, die französischen Streitkräfte hätten versucht, die Täter zu ergreifen, allerdings vergeblich. Die Verantwortlichen seien unter denen zu suchen, die Frankreich in Mali bekämpfe, „die Terrorgruppen, die Demokratie und Wahlen ablehnen“.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Paris warnten die Streitkräfte die beiden Reporter noch am Dienstag wegen der Sicherheitslage davor, nach Kidal zu reisen und lehnten es ab, sie in den Ort zu bringen. Die Journalisten seien dann mit Hilfe der internationalen Friedenstruppe Minusma nach Kidal gekommen.

In dem Ort begann im vergangenen Jahr ein Aufstand der Tuareg-Volksgruppe, der Mali ins Chaos stürzte. Der Norden des Landes wurde von Rebellen mit Verbindungen zu Al-Kaida besetzt. Bei einer Offensive unter französischer Führung konnten die Aufständischen zurückgedrängt werden. Frankreich hat heute 3000 Soldaten in Mali stationiert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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