Zweite Landebahn
Flughafen Leipzig Halle wird zum Fracht-Drehkreuz

Nach knapp zwei Jahren eröffnet der Flughafen Leipzig/Halle am Donnerstag die zweite, 290 Millionen Euro teure Start- und Landebahn. Noch mehr Frachtmaschinen können jetzt rund um die Uhr an dem neuen Drehkreuz landen. Das Nachsehen haben Anwohner und Touristen.

HB LEIPZIG. Die dann zwei 3 600 Meter langen Bahnen bieten die Chance zum internationalen Frachtdrehkreuz. Die Deutsche Posttochter DHL ist schon da, Lufthansa Cargo landet im Oktober. Gemeinsam sollen die beiden langjährigen Partner zudem am Standort die Gründung einer gemeinsamen Frachtfluggesellschaft mit dem Arbeitstitel NewCo (New Company) planen. „Bis 2015 können wir den Flughafen Köln/Bonn eingeholt haben“, sagt Flughafenchef Eric Malitzke. Mit der 24-Stunden-Genehmigung für Frachtmaschinen besitze der Airport gegenüber der Konkurrenz einen Wettbewerbsvorteil.

Doch es ist ein Fest mit Schatten: Für das Frachtdrehkreuz musste ein Teil des Passagierverkehrs geopfert werden. Ferienflieger sind mit Beginn des Sommerplans 2008 nachts verboten, bestätigte das Regierungspräsidium Leipzig vergangene Woche das, was nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts bereits zu vermuten war. Damit ist die Hoffnung geplatzt, vom Nachtflugverbot des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) zu profitieren.

„Das ist kein Pluspunkt für Leipzig/Halle“, kommentierte Air Berlin sofort. Das sei ein völlig falsches Signal für den Luftverkehrsstandort Deutschland, heißt es beim Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften. Die Gesellschaft Condor geht davon aus, jährlich 500 Flüge streichen zu müssen und kündigte an, dass dies etwa 30 Stellen kosten würde.

„Es ist bedauerlich, dass unsere Stellungnahme für einen uneingeschränkten 24-Stunden Flugbetrieb nicht im vollen Umfang Beachtung fand“, sagt auch der Leipziger Präsident der Industrie- und Handelskammer, Wolfgang Topf. Nicht nur er hat dafür gekämpft, dass der Flughafen keinerlei Einschränkungen hinnehmen muss. Mit dem Bau der - für die Ansiedlung von DHL unverzichtbaren - zweiten Start- und Landebahn Süd jedoch wurden Anwohner auf den Plan gerufen und am Ende hatte Justitia das Sagen. Weil es bislang an einem entsprechenden Gesetz mangelte, legten Gerichte maßgeblich den Lärmschutz fest. Inzwischen gibt es kaum noch einen Flughafen in Deutschland mit einer uneingeschränkten Nachtfluggenehmigung.

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