Zweitliebste Fest der Amerikaner
Tierkostüme und Weihnachtsbeleuchtung an Halloween

Kürbisse, Gespenster und Süßigkeiten: Halloween ist das zweitliebste Fest der Amerikaner geworden. Zumindest, was die Dekoration von Häusern und Gärten und die Ausstattung der ganzen Familie mit Kostümen angeht. „Dieses Jahr haben wir besonders einen Anstieg im Verkauf von Halloween-Kostümen für Haustiere festgestellt“, heißt es beim US- Einzelhandelsverband.

HB CHICAGO. Typische Halloween-Traditionen wie „Trick or Treat“ (Streich oder Süßigkeit), bei dem Kinder verkleidet Nachbarn erschrecken und Süßigkeiten einfordern, sind ein bisschen in den Hintergrund getreten. Schon im vergangenen Jahr haben zwei Drittel der Haustierbesitzer ihre Lieblinge verkleidet. „Hunde-Eltern sind dieses Jahr geradezu verrückt nach Kürbis- und Stinktierkostümen“, sagt eine Sprecherin der Tierhandlungskette PetSmart. Insgesamt gut eine Milliarde Dollar geben die Amerikaner für die Verkleidung aller Familienmitglieder - inklusive Haustiere - aus, mehr als für irgendetwas anderes an Halloween. Immer wichtiger wird auch die Dekoration, wobei Halloween langsam Weihnachten einzuholen scheint. Beleuchtete Kürbisfratzen, die so genannten Jack O'Lanterns, sind so populär wie eh und je. In diesem Jahr kommen dazu immer mehr an Weihnachtsschmuck erinnernden Lichterketten und Leuchtsterne an Häusern und in Vorgärten - passend zu Halloween orangefarben. „Es macht einfach Spaß, die Farbenpracht dieser Jahreszeit zu feiern“, sagt eine 55-jährige Lehrerin aus Gurnee (US-Bundesstaat Illinois).

Alte Traditionen geraten dagegen in den Hintergrund. Nur noch knapp 15 % der Amerikaner wollen in diesem Jahr ein Spukhaus besuchen. Diese ähneln Geisterbahnen auf deutschen Jahrmärkten, mit Gruseleffekten wie dunklen Labyrinthen und knarrenden Türen, hinter denen blutüberströmte Pappmachee-Figuren stehen. Sie wurden meistens vom örtlichen Polizeirevier oder der Feuerwehr organisiert. Es finden sich aber immer weniger Freiwillige, und die Sicherheitsvorschriften werden immer strikter und kostspieliger. Halloween geht auf den vorchristlichen keltischen Glauben an die Rückkehr der Toten zurück. Besonders im bibeltreuen Süden der USA verteufeln deshalb manche religiöse Gruppen das Fest, besonders in diesem Jahr, weil der 31. Oktober auf den heiligen Sonntag fällt. Einige verlangen, dass Kinder, wenn sie schon durch die Nachbarschaft ziehen wollen, dies bereits am Samstag machen. In den 50er Jahren war es üblich, mindestens zwei Tage lang Gespenst zu spielen und Süßes zu ergattern, erzählt eine 58-Jährige aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania. In manchen Gegenden waren die Kinder sogar die ganze Oktoberwoche lang unterwegs. Nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen schwindet der Brauch, was für die Kinder, die dennoch losziehen, einen Vorteil hat: sie werden mit extra viel Süßigkeiten belohnt, denn mehr als zwei Drittel der Amerikaner haben immer noch vor, Naschsachen bereitzuhalten.

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