Zwölf Sprengsätze entschärft
42 Tote bei Bombenanschlägen in Indien

Einen Tag nach den verheerenden Bombenanschlägen in der südindischen Millionenstadt Hyderabad mit mehr als 40 Toten hat die Polizei ein weiteres Blutbad verhindern können.

HB NEU DELHI. Einen Tag nach den verheerenden Bombenanschlägen in der südindischen Millionenstadt Hyderabad mit mehr als 40 Toten hat die Polizei ein weiteres Blutbad verhindern können. Spezialisten hätten mindestens zwölf weitere Sprengsätze entschärft, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Bei den Anschlägen am Samstag waren 42 Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur PTI. Die Explosionen in einem Straßenrestaurant und bei einer Lasershow im vielbesuchten Lumbinipark seien durch Zeitzünder ausgelöst worden.

Hinter der Tat vermuten die Behörden die verbotene muslimische Terrororganisation Harkat-ul-Jehadi-Islamia (HuJI). „Alles deutet darauf hin, dass international aktive Terrorgruppen aus Bangladesch und Pakistan ihre Hände im Spiel haben“, sagte der Ministerpräsident des Bundesstaates Andhra Pradesh, Y.S. Rajasekhar Reddy.

Der indische Innenminister Shivraj Patel äußerte sich bei einem Besuch in Hyderabad nicht zum Stand der Ermittlungen. Terrorexperten der Bundespolizei seien aber auf dem Weg in die südindische Metropole. Offiziell bekannte sich zunächst niemand zu dem Anschlag.

Landesweit wurden am Sonntag die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Zwar gebe es keine konkreten Hinweise auf weitere Anschläge, sagte ein Polizeisprecher in der Hauptstadt Neu Delhi. Dennoch seien die Einsatzkräfte angewiesen worden, vor allem an belebten Orten wie Kinos und Einkaufszentren „besonders wachsam“ zu sein. Auch an Bahnhöfen und Busbahnhöfen habe man die Zahl der Sicherheitskräfte erhöht.

Ministerpräsident Reddy kündigte am Sonntag an, dass die Regierung von Andhra Pradesh Angehörige der Todesopfer mit jeweils umgerechnet 8900 Euro entschädigen werde. Die Verletzten würden in staatlichen Krankenhäusern kostenlos behandelt, so der Ministerpräsident nach Angaben des Senders NDTV.

Die Anschlagsserie vom Samstag ist bereits die zweite in diesem Jahr in Hyderabad. Am 18. Mai waren bei einem Bombenanschlag auf die größte Moschee Indiens, die Mekka-Moschee, und bei anschließenden Unruhen mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 100 Menschen wurden verletzt.

Muslime und radikale Hindu-Nationalisten verüben in Indien immer wieder Anschläge, um Spannungen zwischen den beiden größten Glaubensgemeinschaften zu schüren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%