Kritik an Werbespruch Schlecker nennt Kunden ungebildet

„For You. Vor Ort“ - mit seinem denglischen Unternehmensmotto hat Schlecker viel Kritik geerntet. Ein Konzernsprecher begründet den Slogan mit dem Bildungsniveau seiner Kunden.
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Eine Filiale der Drogeriemarktkette Schlecker Quelle: ap

Eine Filiale der Drogeriemarktkette Schlecker

(Foto: ap)

Die Drogeriekette Schlecker versucht sich gerade mal wieder verstärkt im Homeshopping – also jener Marktnische, in der Waschmittel, Deos und Kosmetik frei Haus geliefert werden. Und liefert auch gleich eine Pointe direkt frei Haus mit - unfreiwillig natürlich.

Denn moderner sollte das Unternehmen werden. Deshalb zieht sich Schlecker-Patriarch Anton Schlecker auch nach und nach zurück. Seine beiden Kinder Lars und Meike sollen mehr und mehr das Ruder der milliardenschweren Drogeriekette übernehmen. Bei offiziellen Terminen also strahlten in den vergangenen Monaten, frisch, wie das Feinwaschmittel mit dem Frühlingshauch die Erben in die Kamera, als sie endlich aus dem Schatten des Vaters heraustreten durften: Meike und Lars Schlecker zeigten sich als die jungen, freundlichen Gesichter eines Handelskonzerns, der endlich den Weg in die Zukunft finden sollte.

Weg wollte man vom Image der piefigen Krämer-Kette aus dem schwäbischen Ehingen, das seine Mitarbeiter zu Dumpinglöhnen krücken lässt. Und ja, auf die Kunden zugehen wollte man. Deswegen ließ sich Schlecker eigens den Slogan „For You. Vor Ort.“ von der Düsseldorfer Agentur Grey entwickeln. Der wurde flugs auf die Filialtüren gepappt und in TV-Werbespots laufen gelassen – und fertig war die Umfirmierung des Konzerns.

Bei Sprachpuristen und im Netz löste die verballhornte Kombination aus Englisch und Deutsch aber nur heftige Kritik aus. Mitglieder des Vereins Deutsche Sprachwelt schickten der Drogeriemarktkette eine Unterschriftensammlung und kritisierten den denglischen Claim.

„95 Prozent der Bevölkerung reflektieren nicht über Sprache"
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15 Kommentare zu "Kritik an Werbespruch: Schlecker nennt Kunden ungebildet"

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  • Könnte man bitte mal aufhören, gegen Schlecker immer nur negativ Schlagzeilen zumachen. Ich selbst bin eine Mitarbeiterin, habe immer pünktlich Lohn bekommen und wurde nicht schlecht behandelt.Klar ist Rossmann im Vormarsch, es werden ja auch nur 400 EURO Kräfte eingestellt, die nicht viel Spaß haben an Ihrer Arbeit. Bei Schlecker dagegen, gab es nur Festeinstellungen!!!Und somit Chancen für viele! Und preislich kann Schlecker allemal mit Rossmann und DM mithalten. Sich jetzt wieder an dem Slogan hochzuziehen ist soetwas von naiv!!! Wir Mitarbeiter leiden doch nur darunter, schade, dass es soviel Leute gibt, die nichts besseres zu tun haben.DAS NERVT!!!!

  • Es geht doch überhaupt nicht um den Slogan, sondern um die Reaktion des Pressesprechers auf den Brief des Sprachvereins.

  • ... Konzernsprecher Andreas Baum ...

    Hieß der Mann nicht "Florian Baum"?

  • Dass die Schleckerkunden ungebildet sind, zeigt sich unter anderenm auch darin, dass sie offensichtlich nicht wissen, dass Scienetology bei jedem Euro mitverdient.

  • Der Vorstand, der diese Kampagne abgesegnet hat, weiß eben, dass er sich auf die Stufe seiner Kunden bewegen muss, um sie zu verstehen. Hier stimmt es eben: Gleich und gleich gesellt sich gern, egal ob im Büro oder in der Filiale, gleiche Bildung wohl genossen. Hoffentlich kann seine Assistentin wenigstens den ganzen Schmarren richtig schreiben. You verstehen?

  • da hat mal wieder jemand die chance verpasst einfach mal das maul zu halten und die angelegenheit still zu beerdigen und die agentur zu feuern. die sind immer noch nicht im heute 2.0 angekommen

  • "For You. Vor Ort." So was schlechtes habe ich schon lange nicht mehr gehört! Und genau das habe ich mir letztens gedacht, als ich an einem Schlecker vorbeikam. Da will Schlecker unbedingt mit Gewalt auf Jung und Hip machen, aber das ist wohl in die Hose gegangen! Hätten sie einfach geschrieben "Für Sie. Vor Ort." wäre das 100% positiver bei der Bevölkerung angekommen. Das "Sterben" der Drogeriemarktkette geht weiter! Gegen DM oder Rossmann hat Schlecker in DE keine Chance mehr!

  • Sie müssen doch nicht auf jeden Zug aufspringen, der sich dem verbödeten Durchschnittsjopurnalisten der anderen Verlage aufdrängt. Ihr Niveau liegt höher !! - Was soll das für ein Verein sein? Orientierungslose 68er, welche sich gerne den moralischen Zeigefinger erheben und andere kritisieren. Von solchen Hülsen gibt es derzeit in diesem Land schon genug. Die muss ich dann nicht auch noch in "meinem" Handelsblatt zu Wort kommen lassen.
    Im übrigen bietet sich bei diesem Zeitgeist, welcher durchs Land getrieben wird, auch an, solche Vereinsmeier als Rechtspopulisten zu betiteln. Wowereit wird mir da sicher zustimmen.

  • Man sollte wirklich nicht jede Nichtigkeit oder Unwichtigkeit journalistisch so breittreten. Wenn solchen Sprachschutzvereinigungen nicht so viel Raum geboten würde, dann gäbs sicher ein paar solcher Vereine weniger. Aber manche haben halt nichts anderes um sich zu profilieren.

    Slogans die nicht ziehen, die verschwinden auch wieder.

    Wenn der Klientel von Schlecker der Slogan nicht gefällt, dann können sie ja wieder das AR vor Schlecker malen...

    Mei - wenn man nix anderes zu tun hat...

  • Ach darum kaufe ich seit Jahren bei Schlecker nicht ein.

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