
Die Drogeriekette Schlecker versucht sich gerade mal wieder verstärkt im Homeshopping – also jener Marktnische, in der Waschmittel, Deos und Kosmetik frei Haus geliefert werden. Und liefert auch gleich eine Pointe direkt frei Haus mit - unfreiwillig natürlich.
Denn moderner sollte das Unternehmen werden. Deshalb zieht sich Schlecker-Patriarch Anton Schlecker auch nach und nach zurück. Seine beiden Kinder Lars und Meike sollen mehr und mehr das Ruder der milliardenschweren Drogeriekette übernehmen. Bei offiziellen Terminen also strahlten in den vergangenen Monaten, frisch, wie das Feinwaschmittel mit dem Frühlingshauch die Erben in die Kamera, als sie endlich aus dem Schatten des Vaters heraustreten durften: Meike und Lars Schlecker zeigten sich als die jungen, freundlichen Gesichter eines Handelskonzerns, der endlich den Weg in die Zukunft finden sollte.
Weg wollte man vom Image der piefigen Krämer-Kette aus dem schwäbischen Ehingen, das seine Mitarbeiter zu Dumpinglöhnen krücken lässt. Und ja, auf die Kunden zugehen wollte man. Deswegen ließ sich Schlecker eigens den Slogan „For You. Vor Ort.“ von der Düsseldorfer Agentur Grey entwickeln. Der wurde flugs auf die Filialtüren gepappt und in TV-Werbespots laufen gelassen – und fertig war die Umfirmierung des Konzerns.
Bei Sprachpuristen und im Netz löste die verballhornte Kombination aus Englisch und Deutsch aber nur heftige Kritik aus. Mitglieder des Vereins Deutsche Sprachwelt schickten der Drogeriemarktkette eine Unterschriftensammlung und kritisierten den denglischen Claim.

Könnte man bitte mal aufhören, gegen Schlecker immer nur negativ Schlagzeilen zumachen. Ich selbst bin eine Mitarbeiterin, habe immer pünktlich Lohn bekommen und wurde nicht schlecht behandelt.Klar ist Rossmann im Vormarsch, es werden ja auch nur 400 EURO Kräfte eingestellt, die nicht viel Spaß haben an Ihrer Arbeit. Bei Schlecker dagegen, gab es nur Festeinstellungen!!!Und somit Chancen für viele! Und preislich kann Schlecker allemal mit Rossmann und DM mithalten. Sich jetzt wieder an dem Slogan hochzuziehen ist soetwas von naiv!!! Wir Mitarbeiter leiden doch nur darunter, schade, dass es soviel Leute gibt, die nichts besseres zu tun haben.DAS NERVT!!!!

Es geht doch überhaupt nicht um den Slogan, sondern um die Reaktion des Pressesprechers auf den Brief des Sprachvereins.

... Konzernsprecher Andreas Baum ...
Hieß der Mann nicht "Florian Baum"?
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