„Superstar“-Finale
Der Casting-Klassiker verliert an Bedeutung

Meltem, Daniel und Aneta verbindet das Prinzip Hoffnung: Am Samstag können sie „Superstar“ werden. Ob das auch wirklich eine große Musikkarriere bedeutet, steht wie immer in den Sternen.
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BerlinSatte 500 000 Euro und ein Plattenvertrag mit dem Musikkonzern Universal: Der Sieger des RTL-Dauerspektakels „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) sahnt nach dem Finale ab. Dafür bekommt er einige Monate lang ein enges Korsett aus Proben, Videodrehs und Talk-Terminen verpasst. Das war es dann vermutlich aber auch schon, denn von dem kurzen Ruhm im TV ist bei den meisten Kandidaten in der fast zwölf Jahre währenden DSDS-Geschichte nichts übrig geblieben als ein volles Fotoalbum und zerplatzte Hoffnungen, denn einen festen Fuß in der Pop- oder Schlagerbranche hat kaum einer langfristig gefasst - abgesehen von Sieger Nummer eins, Alexander Klaws (30), der immer noch im Musicalgeschäft präsent ist.

An diesem Samstag (20.15 Uhr) steht das 11. Finale in Köln an und noch nie war das Interesse des deutschen Fernsehpublikums nach Millionen Zuschauern gemessen geringer am Gesangswettbewerb DSDS als 2014. 4,09 Millionen Zuschauer schalteten im Durchschnitt jede der bisher 18 Folgen an. Die bittere Erkenntnis für RTL ist dabei, dass nach recht gutem Abschneiden in den vorproduzierten Castingsendungen im Februar die aufwendigen Liveshows im März und April ins öffentliche Abseits gerieten. Besonders schwach war die Karsamstag-Ausgabe mit 2,86 Millionen Zuschauern. Allerdings: Die Online-Abrufe stiegen pro Folge auf Werte von rund 100 000 an. Auch nicht schlecht.

Dass nicht mehr genügend geredet wird über eine Fernsehshow, ist die Höchststrafe. Da nützt auch der parallele Trommelwirbel der Boulevardpresse nicht viel. Und der war beachtlich. Nach dem Halbfinale am vergangenen Wochenende warf die „Bild“-Zeitung einen Blick auf die kommende Staffel des Wettstreits und prognostizierte, dass Jury-Mitglied Mieze Katz den Platz frei machen muss, Marianne Rosenberg eine Wackelkandidatin ist, Rapper Kay One aber bleiben darf. Der „Poptitan“ Dieter Bohlen, inzwischen schon 60, bleibt natürlich auch, denn sonst gäbe es künftig wohl kaum noch DSDS. Der Sender verwies die Personalgerüchte ins Reich der Spekulationen.

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Gerüchte um die Jury-Besetzung

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