130. Todestag: Als der Kapitalismus Karl Marx fraß

130. Todestag
Als der Kapitalismus Karl Marx fraß

Er bereitete den theoretischen Boden für den Kommunismus: Vor 130 Jahren starb Karl Marx. In seiner Geburtsstadt Trier wird er vermarktet, und auch Chemnitz - einst Karl-Marx-Stadt - hat sich mit ihm ausgesöhnt.
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Trier/ChemnitzDenkerstirn und Rauschebart: Das Konterfei von Karl Marx ist auch lange nach seinem Tod weltweit verbreitet. Das gilt ebenso für seine Ideen, die nicht zuletzt durch den internationalen Finanzcrash wieder neues Interesse finden. Der Philosoph, Verfasser von „Das Kapital“, geistiger Vater des Kommunismus und spätere Ikone der Linken, starb vor 130 Jahren, am 14. März 1883, in London.

Anlass genug für Trier, den wohl berühmtesten Sohn der Stadt in diesem Jahr mit einer Sonderschau zu feiern. Auch in Chemnitz, das viele Jahre Karl-Marx-Stadt hieß, schlägt der Souvenirhandel Kapital aus dem weltweiten Ruhm des Denkers.

Marx wurde in einem barocken Wohnhaus in der Innenstadt Triers - dem heutigen Museum Karl-Marx-Haus - am 5. Mai 1818 geboren. „Es gibt in der Geschichte wenige Gesichter, die über alle Kontinente so bekannt sind wie das von Marx“, sagt die Direktorin des Stadtmuseums Simeonstift in Trier, Elisabeth Dühr. Sein Abbild finde sich ebenso auf Lacktellern in Laos wie auf Haar-Stickbildern in China und auf Briefmarken aus aller Welt.

Die Sonderausstellung „Ikone Karl Marx. Kultbilder und Bilderkult“ im Stadtmuseum Trier zeigt vom 17. März an, wie sich das Bild des revolutionären Denkers über eineinhalb Jahrhunderte entwickelt hat - und zur Weltikone geworden ist. Die Schau mit rund 200 Leihgaben unter anderem aus Moskau und Berlin zeichnet den Weg des Marx-Bildes nach: Vom Foto über verherrlichende Gemälde in der Arbeiterbewegung und Historienmalerei bis in die Moderne und ins Internet. „Marx beschäftigt Künstler bis heute“, sagt Dühr.

Das Karl-Marx-Jahr 2013 ist eine Etappe auf dem Weg zu dem großen Marx-Jubiläum 2018 - dem 200. Geburtsjahr des geistigen Vaters des Kommunismus. Weltweit gebe es derzeit sogar eine Marx-Renaissance, sagt die wissenschaftliche Leiterin des Museums, Anja Kruke, die das Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn leitet. Die Zahl der Veröffentlichungen zu Marx steige rund um den Globus seit Jahren ständig an. Dies liege auch an der Weltwirtschaftskrise: „Viele lesen Marx neu.“

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  • Wäre nicht ein Denkmal für die weit über 100.000.000 Menschen, die auf Grund dieser menschenverachtenden und realitätsfernen Idiologie ermordet wurden nicht wichtiger als einen Soziologen zu verehren, dessen Theorie als in jeder Hinsicht gescheitert angesehen werden muss?

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