200. Geburtstag
Das Leben mit Richard Wagner

Werk und Ansichten Wagners üben noch heute großen Einfluss aus, im Guten wie im Schlechten. Portraits von vier Menschen, die von und mit Richard Wagner leben – vom Solarunternehmer bis zum Autor.
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DüsseldorfDer Schatten Richard Wagners ist lang. Sehr lang. Fast vier Meter ragt er in die Höhe und ist damit mehr als doppelt so hoch wie die Nachbildung des Komponisten selbst. Als junger Mann in blauer Jacke steht Wagner da, den Arm in die Seite gestützt. Mit einer Größe von 1,66 Metern hält sich das Denkmal ziemlich genau an das recht kleine Vorbild. Eins will Markus Käbisch nämlich auf keinen Fall: Den Musiker größer machen als er war.

Wenn der Solarunternehmer heute mit dem Oberbürgermeister von Leipzig das Denkmal zu Ehren dieses berühmten Sohns der Stadt einweiht, ist der Jubel sehr genau dosiert, dann wird eben nicht nur das Werk des berühmtesten deutschen Opernkomponisten geehrt, sondern auch berücksichtigt, dass dieser nachweislich ein Antisemit war. Damit das auch wirklich niemand vergisst, ist da diese schwarz lackierte Silhouette von vier Metern Größe – ein Schatten, viel größer als der Künstler selbst.

„Richard Wagner ist kompliziert“, sagt Markus Käbisch. Das gilt für fast alles an ihm: Die Musik, die zwischen Bombastereien und zarter Verletzlichkeit wandelt, seine gebrochene Biographie, die  ungewöhnliche Wirkungsgeschichte und die Faszination, die er mit alldem bis heute auslöst.

Für Käbisch stand am Anfang ein seltsames Verantwortungsgefühl. Eines Tages erfuhr er, dass er mit Wagner, dem Komponisten, den er seit seiner Jugend sehr schätzt, etwas gemeinsam hat – beide sind in Leipzig geboren und aufgewachsen. Das war neu für ihn. Denn Leipzig gibt sich gerne als Musikstadt, als Heimat von Mendelssohn und Bach und feiert alljährlich große Feste zu Ehren der beiden Komponisten. Doch für Wagner gibt es nicht mal eine Gedenktafel.

Sieben Jahre ist es her, dass Markus Käbisch beschloss, das zu ändern. Er gründete einen Verein zur Errichtung eines Wagner-Denkmals. Die Stadtverwaltung signalisierte schon früh, ein solches Vorhaben finanziell nicht unterstützen zu wollen. Deshalb tüftelte Käbisch, selbst promovierter Betriebswirt, ein Konzept aus, mit dem er Sponsoren aus der Wirtschaft überzeugen wollte. Doch sowohl die Großen wie BMW und DHL, wie auch die kleineren Unternehmen vor Ort winkten schnell ab. Ein Wagner-Denkmal war vielen zu heikel.

Kommentare zu " 200. Geburtstag: Das Leben mit Richard Wagner"

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  • Wagner ist gewaltig. Eine Musik, die einen umhämmert. Die kleinen angepassten Kritiker, die heute unbekümmert an ihm kratzen möchten, können ihm nicht das Wasser reichen.

    Wagner hat übrigens als einziger (gut, neben dem anderen Deutschen Lorzing) die Texte für seine Opern selbst geschrieben. Eben ein Genie unter Generationen von geistigen Einzellern... seine weiblichen Nachkommen ausdrücklich eingeschlossen.

  • Die "Musik" von Richard Wagner konnte ich nie ausstehen; das ist etwas für hartgesottene "Möchtegerngermanen"...
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Decker beschreibt eine Szene, die den jungen Wagner prägen sollte: Wie beiläufig wollten Fremde einen kleinen Hund im Teich ertränken, gaben sich aber keine große Mühe und warfen das Tier nur im Sack ins Wasser. Kein schneller Tod, sondern ein qualvoller. Richard gelang die Rettung. Deshalb mied er Wien, weil er auch die Droschkenpferde nicht leiden sehen wollte.
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    Das hätte ich ja dann mit ihm gemeinsam.
    Nun kann man nur hoffen,das seine Kritiker nicht lutherischen Glaubens sind.
    Sagte dieser doch über die Juden:
    "dass man ihnen verbiete, bei uns,öffentlich Gott zu loben, zu danken, zu beten, zu lehren bei Verlust (des) Leibes und Lebens "
    Martin Luther verleumdete die jüdische Bevölkerung und forderte ihre Verfolgung.
    Auch seine Beziehung zu Frauen war ein gestörtes.

    "Die Zauberinnen(Hexen) sollst du nicht leben lassen.Es ist ein gerechtes Gesetz, dass sie getötet werden.Sie können ein Kind bezaubern, dass es fortwährend schreie. Schaust du solche Weiber an, wirst du sehen, dass sie ein teuflisches Gesicht haben..man töte sie nur."
    Ich höre da lieber den hypersensiblen Wagner,auch
    wenn ein Herr Fischer in den Figuren einiger
    Protagonisten,persiflierte Juden meint zu sichten.
    Nachäffen war einst eine unserer ersten bewußten
    Handlungen...Tun wir heute noch mit wachsender
    Begeisterun.Chaplin in der große Diktator z.B
    Ich sehe in Wagner keinen Antisemiten,auch wenn er es wagte,sich mit Mendelssohn anzulegen,dem schon Heine 1842 „mangelnde Naivität“ zugesprochen hatte.
    Zu finden unter"Das Judentum in der Musik"

    Und ja,ich hab mir als kind vor dreißig Jahren die
    Ohren zugehalten,ob des Türkisch/Kurdisch,Arabischen
    Gedudels..Wenns dann antisemitisch war.Ja nun.
    Mendelssohn jedenfalls,hat einige schöne Stücke geschrieben.Ich höre gerne Klezmer und bin,
    dem jüdischen Einfluss auf unsere Gesellschaft,
    sehr zugetan.Besonders dem vor Hitler.
    Wie es sich für Wagner darstellte in seiner Zeit,weiß niemand wirklich.

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