40. Todestag von Louis Armstrong
Der Quadratmund mit der Trompete

40 Jahre nach seinem Tod ist die Jazz-Jegende Louis Armstrong unvergessen. Er war nicht nur musikalisch ein Ausnahmetalent sondern auch privat ein Lebenskünstler. Armstrong hinterlässt mehr als tausend Plattenaufnahmen.
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DüsseldorfEs war ein Ende, wie es sich viele wünschen: Am 6. Juli 1971 entschlief Louis Armstrong im Alter von 69 Jahren friedlich. Der Tod des größten Jazzmusikers aller Zeiten jährt sich an diesem Mittwoch zum 40. Mal. „Er war herzkrank und starb am frühen Morgen daheim im eigenen Bett, seine Lucille neben sich“, sagt Deslyn Dyer, die im Haus der Armstrongs Besucher aus aller Welt herumführt.

Nur zwei Tage vor seinem Tod hatte „Pops“, wie er liebevoll genannt wurde, noch mit Freunden und Nachbarn im Garten seinen angeblichen Geburtstag gefeiert.

Dass Armstrong mit seinem Geburtstagsdatum geschummelt und sich dabei sogar älter gemacht hatte, wurde erst nach seinem Tod bekannt. In der Sacred Heart Church in New Orleans tauchte die Amtsurkunde mit dem Geburtsdatum 4. August 1901 auf. Doch dieses Datum war Louis offensichtlich nicht grandios genug. Schon zu Beginn seiner Karriere änderte er es in den 4. Juli 1900 um und kombinierte so den amerikanischen Unabhängigkeitstag mit dem Aufbruch ins neue Jahrhundert.

Louis wuchs in der Armut des kreolischen Viertels von New Orleans auf. Die Eltern trennten sich bald Jahre nach seiner Geburt. Er war gerade zwölf, als er auf der Straße mit einer Pistole herumfuchtelte und von der Polizei in ein Heim für Herumtreiber gesteckt wurde.

Dort lernte er mehrere Instrumente spielen, darunter auch die Trompete. Später gab er seine Musik auf Flussdampfern zum Besten. Mit denen gelangte er - wie auch der Jazz - von New Orleans den Mississippi hinauf bis nach Chicago. Dort traf er Joe „King“ Oliver, seinen Mentor, und lernte richtige Bühnen und Studios kennen.

Anfang der 1930er Jahre galt Armstrong als der beste Jazz-Trompeter der Welt. Dass er mit seiner Reibeisenstimme auch unverwechselbar singen konnte, obendrein selbst komponierte, seine eigene Band aufbaute und als erster Schwarzer eine eigene Radioshow bekam, machte ihn zu einem Star, wie der Jazz ihn nie wieder erlebt hat.

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Der Herr der tausend Platten

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